Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 26.10.2018


Tirol

Mahnung Richtung Wien: Platter drängt auf Mitsprache

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

© Julia HammerleTirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).



Innsbruck – Während die türkis-blaue Bundesregierung eine umstrittene Reform nach der anderen in trockene Tücher zu bringen versucht, ließ gestern Landeshauptmann Günther Platter (VP) anlässlich seiner Rede zum Nationalfeiertag beim Großen Zapfenstreich am Landhausplatz mit einer deutlichen Mahnung Richtung Wien aufhorchen: „Das Verhältnis zwischen Bund und Ländern ist 100 Jahre nach Neugründung der Ersten Republik noch nicht geklärt. Föderalismus und Zentralismus liegen in einem dauernden Wettstreit. Noch jede Bundesregierung hat versucht, Macht in Wien zu zentralisieren.“ Den Fokus ausschließlich auf Vereinheitlichung und bundesweite Regelungen zu legen, so Platter, sei nur eine vermeintliche Zauberformel. Es gebe auch Bereiche, die besser in der Zuständigkeit der Länder blieben.

Bürokratie und Abgehobenheit brauche keiner, sagte Platter, umso mehr Bürgernähe. Deshalb müssten die Länder bei einer Reform Österreichs auch auf Augenhöhe eingebunden werden. (TT)