Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Tirol

Zahnärzte: Land sieht Bund am Zug

© ThinkstockIn Tirol sind 35 Kassen-Zahnarztstellen unbesetzt. ÖVP und SPÖ sehen das von der FPÖ geführte Gesundheitsministerium gefordert.



35 von 228 Kassenstellen für Zahnärzte sind in Tirol nicht besetzt. Dem gegenüber steht die wachsende Zahl an Wahlzahnärzten. Patienten müssen, wie berichtet, bei Kassenärzten zum Teil lange Wartezeiten und hohe Rechnungen in Kauf nehmen.

ÖVP-Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg sieht FPÖ-Bundesministerin Beate Hartinger-Klein gefordert: „Die kassenvertragliche Zahnversorgung der Tiroler Bevölkerung ist bei Weitem nicht so gut, wie sie eigentlich sein könnte und sollte." Der Grund dafür sei, dass der Bund vieles im Bereich der Zahnärzte verabsäumt habe. Die Fusion der Sozialversicherungen müsse eine Verbesserung bringen.

Tilg fürchtet, dass die ab 2019 fallende Ausbildungsquote für Zahnärzte an den heimischen Medizinuniversitäten die Versorgungslücke noch weiter vergrößern wird. Es sei anzunehmen, dass die Zahl der deutschen Studenten dadurch steigen und der Anteil der österreichischen Studenten zurückgehen werde.

SPÖ-Gesundheitssprecherin Elisabeth Fleischanderl sieht eine strukturelle Unterversorgung, die den Patienten teuer zu stehen komme. „Wer aufgrund mangelnder Kassenärzte auf Wahlärzte ausweichen muss, der trägt die Kosten für erbrachte Leistungen zunächst selbst. Refundiert wird nur ein geringer Betrag." Die Bundesregierung sei zu sehr damit beschäftigt, die „Zwangsfusion der Krankenkassen als großen Wurf zu verkaufen". Die Patienten würden aber weiter unter Systemproblemen leiden. (aheu)