Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Innsbruck-Land

Abbruchbescheid für Nagl-Haus in Axams

Der jahrzehntealte Rohbau in Axams soll abgerissen werden, der Besitzer wehrt sich.

© Thomas Boehm / TTDer Rohbau thront seit über 40 Jahren an der Innsbrucker Straße in Axams. Nun liegt ein zweitinstanzlicher Abbruchbescheid vor.Foto: Böhm



Von Denise Daum

Axams – Das so genannte Nagl-Haus in Axams ist das wohl bekannteste unvollendete Gebäude im Bezirk. Seit über vier Jahrzehnten steht der Bau von Harald Nagl – seines Zeichens FPÖ-Gemeinderat in Axams – an der Innsbrucker Straße, errichtet von seinen Eltern Anfang der 70er-Jahre. Das bis heute nicht fertiggestellte Haus war mehrfach Gegenstand heftiger Diskussionen und Streitereien in der Gemeinde, Ende der 90er-Jahre drohte sogar die Zwangsversteigerung.

Nun könnte es dem Rohbau aber endgültig an den Kragen gehen: Es liegt ein rechtsgültiger Abbruchbescheid vor. Das Landesverwaltungsgericht hat damit die Entscheidung der Gemeinde, gegen die Harald Nagl berufen hat, bestätigt. Aber der Gemeinderat will sich trotzdem nicht geschlagen geben. Die ordentlichen Rechtsmittel wurden ausgeschöpft, es bleibt die außerordentliche Revision. „Ja, ich berufe nochmals und gehe zum Verwaltungsgerichtshof“, erklärt Harald Nagl gegenüber der TT.

Seiner Meinung nach gelte für seinen Fall das Gesetz nicht, wonach nach Ablauf einer festgesetzten Frist die Baubewilligung erlischt, wenn das Haus nicht fertiggestellt wurde. „Als meine Eltern 1974 mit dem Bau angefangen haben, gab es noch keine Frist für die Fertigstellung. Das Gesetz kam erst Ende der 90er-Jahre und kann deshalb für diesen Bau nicht gelten“, ist Nagl überzeugt. Doch er will nicht nur vor Gericht weiterkämpfen, sondern auch ein neues Bauansuchen bei der Gemeinde Axams stellen.

Ein neues Bauansuchen würde Bürgermeister Christian Abenthung „sehr begrüßen. Sofern es bewilligungsfähig ist, werden wir das auch mit großer Freude genehmigen.“ Ihm persönlich liege nichts daran, dass das Haus abgerissen werde, lieber wäre ihm eine Sanierung. Die Gemeinde habe den Abbruchbescheid von Rechts wegen erlassen. „Das Landesverwaltungsgericht hat uns da ja auch vollinhaltlich bestätigt, der Abbruchbescheid ist damit rechtskräftig.“ Bis 30. Juni müsste das Haus abgerissen werden. Dass Nagl nun außerordentliche Revision einlegt, sei sein gutes Recht. „Das hat natürlich jetzt für den Abbruch aufschiebende Wirkung“, erklärt Abenthung.

Wie auch immer das Verfahren nun ausgeht, eines ist für Abenthung nun klar: So bleibt das Gebäude, das er als „Schandfleck“ bezeichnet, nicht mehr lang stehen.