Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Innsbruck

Konsumraum wird Thema im Gemeinderat

Die Innsbrucker Kleinfraktionen und die Grünen bringen den dringenden Antrag ein, einen Drogenkonsumraum zu prüfen und um­zusetzen.

© KeystoneSymbolbild.



Innsbruck – Nun kommt Bewegung in die Diskussion rund um die Einrichtung eines so genannten Drogenkonsumraums in Innsbruck. Diese Idee ist, wie berichtet, im Rahmen der Beschwerden von Anrainern der Mentlvilla hervorgebracht worden.

Die Kleinparteien (Liste Fritz, NEOS, Alternative Liste Innsbruck, Gerechtes Innsbruck) bringen gemeinsam mit den Grünen im Innsbrucker Gemeinderat einen dringenden Antrag ein, den Betrieb eines Drogenkonsumraums in Innsbruck zu prüfen, zu planen und in Folge zu betreiben. Die Initiative dafür ging von ALI-Chef Mesut Onay aus. Eine Mehrheit dafür wird zu finden sein. Auch die SPÖ hat sich am Dienstag via Aussendung zur Errichtung eines sicheren Drogenkonsumraums bekannt. Der zuständige Vizebürgermeister Franz Gruber (ÖVP) bezeichnete den Drogenkonsumraum ohnehin als „alternativlos“. Dass Onay nun die Initiative ergriffen hat, sei schon okay. „Aber ich hab’ ja schon gesagt, dass wir das umsetzen wollen. Eine Mehrheit gibt es dafür, das ist auch klar.“ Den Inhalt des Antrags müsse er sich noch genau ansehen. „Der Kollege Onay hat oft spontane Ideen, aber ich bin ein Freund von Details“, so Gruber.

Die Aussagen von FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel, wonach ein Drogenkonsumraum rechtlich gar nicht umsetzbar sei, weist Gruber zurück. „Der Kollege Federspiel braucht gar nicht den Kopf schütteln. Wenn wir alle Anträge von ihm dokumentieren würden, die rechtlich nicht gedeckt waren, müssten wir das Stadtarchiv erweitern.“

Rechtliche Adaptierungen brauche es aber schon, räumt Gruber ein – auch bundesrechtlich seien Änderungen notwendig. Die Organisation ist ebenso noch offen. „Aber es ist keine verrückte Idee und wird auch in einigen europäischen Ländern erfolgreich praktiziert“, sagt der Vizebürgermeister.

Der Innsbrucker Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag damit auseinanderzusetzen haben. (dd)