Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Bezirk Kufstein

Notschlafstelle in Kufstein: FPÖ fehlt die Transparenz



Dass die Öffnung einer Winternotschlafstelle in Kufstein ein dringend notwendiger Schritt ist, darüber sind sich politische Vertreter über die Parteigrenzen hinweg einig. Kritik am Projekt kommt nun aber von den Freiheitlichen.

Der Kufsteiner LA Christofer Ranzmaier stößt sich nämlich an der Vorgehensweise bei der Etablierung der Einrichtung. Demnach hätten die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) und die Stadt Kufstein „die Anrainer möglichst früh ins Boot holen und transparent über das Projekt informieren" müssen, meldet sich der Landesobmann der Freiheitlichen Jugend per Aussendung zu Wort. Verbale Pfeile schießt Ranzmaier auch auf die zuständige Soziallandesräti­n Gabriele Fischer und Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel: Diese hätten etwaige Sorgen der Bevölkerung „entsprechend ernst zu nehmen".

Krumschnabel habe noch nicht einmal den Stadtrat in Kenntnis gesetzt, schimpft der blaue Landtagsabgeordnete. „So kann man derartige gute soziale Projekte noch vor dem Start kaputtmachen."

Er selbst habe erst kürzlich vom Vorhaben der TSD erfahren, entgegnet Krumschnabel auf den Vorwurf. „Ich habe meinerseits sofort nach dem Gespräch mit den TSD einen Bericht an den Stadtrat verfasst, der in der nächsten Sitzung vorgetragen wird. Bis dorthin gab es ja auch für mich keine Informationen, die ich weiterleiten konnte", teilt Krumschnabel auf Nachfrage der TT mit.

Überlegungen zur Winternotschlafstelle Kufstein gebe es seit Jahren, heißt es aus dem Büro von LR Fischer. Die aktuelle Umstrukturierung bei den TSD habe die Verwirklichung des Projekts aber vorangetrieben. So habe man eruiert, welche Gebäude für eine Nachnutzung in Frage kämen. Dabei hätte sich unlängst herausgestellt, dass das Kufsteiner Asylheim für die temporäre Unterkunft im Winter geeignet wäre. Die Kommunikation vor Ort obliege aber den TSD. (jazz)




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