Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Ausschreibung läuft: Schmugglerweg nach Bayern wird konkreter

Die Ausschreibung für den Bau der Aussichtsplattformen, Brücken und Steige zwischen Kössen und Schleching ist im Laufen.

© RevitalIn der Klobensteinschlucht soll noch eine weitere Hängebrücke für das Projekt Schmugglerweg gebaut werden.Foto: Revital



Von Michael Mader

Kössen – Bei der Umsetzung des Projektes „Erlebnisweg Klobenstein – Schmugglerweg“ zwischen der Tiroler Gemeinde Kössen und der bayerischen Gemeinde Schleching ist man nun nach längerer Zeit ein Stück weiter.

„Gerade läuft die Ausschreibung der Gewerke wie Aussichtsplattformen, Brücken und Steige“, erklärt Gerd Erharter, Obmann des TVB Kaiserwinkl, der ebenso wie Kössen und Schleching Partner des Euregio-Inntal/Interreg-Projektes ist.

1,3 Millionen Euro kostet der Ausbau des schon vorhandenen Schmugglerweges, der auf bayerischer Seite künftig näher an der Tiroler Ache verlaufen soll. Aufgewertet wird der Weg noch mit einem Panoramasteg, Aussichtsplattformen und einer zweiten Hängebrücke beim so genannten Entenloch. Geplant sind unter anderem aber auch ein Rundweg am Klobenstein-Kircherl, Parkmöglichkeiten für die Wanderer und Informationen zu den Ländern und Kulturen sowie den Erholungs- bzw. Erlebnisräumen. Verfallene Stege auf bayerischer Seite werden wieder reaktiviert.

2016 (Archivbild) fiel der Startschuss mit den Projektverantwortlichen: Sebastian Wittmoser, Siegfried Walch, BM Josef Loferer, Andrea Fink, Gerd Erharter, BM Reinhold Flörl und Thomas Kamm (v. l.).
- Gemeinde Kössen

75 Prozent der Kosten sollen dabei von der EU getragen werden, der Rest wird von den Projektpartnern zu gleichen Teilen gestellt.

Vor gut fünf Jahren hat man sich laut Erharter erstmals mit der Klobensteinschlucht befasst, mit dem Ziel, das Gebiet für Einheimische und Gäste attraktiver zu gestalten. Jetzt hofft der Tourismusverbandsobmann, dass im August 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Zwei Jahre lang wurde geplant, 2016 erfolgte sozusagen der offizielle Startschuss, Ende des Jahres 2017 lagen schließlich alle behördlichen Genehmigungen vor.

Noch im Dezember 2017 berichtete Erharter, dass Fördergelder im Spiel seien und man sich an strenge Auflagen halten müsse, wie etwa einer externen Kontrolle der Ausschreibungen. Das alles hat viel Zeit beansprucht, trotzdem ist Erharter zuversichtlich, im Sommer starten zu können. Früher wäre laut Kössens Amtsleiter Bernhard Penz gar nicht möglich, „weil wir uns im Vogelschutzgebiet befinden“.

Derzeit gibt es in Bayern aber ganz andere Probleme: Ende Oktober ist bei einem Sturm eine 30 Meter hohe Fichte auf das Dach der Klobenstein-Kapelle gefallen und hat enormen Schaden angerichtet.