Letztes Update am Sa, 10.11.2018 20:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Scharnitz feiert Umfahrung

Volksfestcharakter hatte am Samstag die Verkehrsfreigabe der langersehnten Umfahrung des Tiroler Grenzortes Scharnitz.

© ParthLH Günther Platter, BM Isabella Blaha, Abt German Erd, Tunnelpatin Anneliese Vonmetz und LHStv. Josef Geisler (v. l.) gaben den Verkehr über die Umfahrung Scharnitz frei.



Von Thomas Parth

Scharnitz – Stattliche 34,5 Millionen Euro hat sich das Land Tirol die Umfahrung von Scharnitz kosten lassen. „Dieses Geld ist bestens investiert“, versichert LH Günther Platter in seiner Festansprache. Er denke dabei an das Wohl der Bevölkerung von Scharnitz sowie an die bevorstehende Nordische WM in Seefeld. Es werde sich bald zeigen, dass die Umfahrung mit ihrem 959 Meter langen Tunnel und der markanten Brücke eine große Entlastung für den Ort darstelle. Dem stimmte auch Verkehrsreferent Josef Geisler zu und ergänzte: „Besonders hervorzuheben ist, dass in der kurzen Bauzeit von nur drei Jahren kaum Unfälle zu verzeichnen waren.“

BM Isabella Blaha hingegen hat die Bauzeit dazu genutzt, ihre künftig weitgehend vom Durchzugsverkehr befreite Gemeinde zukunftsfit zu machen. „Gemeinsam mit der Naturparkregion Karwendel, unseren Nachbargemeinden und dem Tourismusverband Olympiaregion Seefeld sehen wir gute Chancen auf ein lebenswertes Scharnitz“, so die Gemeindechefin mit Nachsatz: „Wir haben hier einen Rohdiamanten, der nur geschliffen werden muss.“ Sie denke an die Naturräume um die Isar und den geschichtsträchtigen Boden der Grenzregion.

Abt German Erd nahm schließlich die – wie LH Platter korrekterweise vermerkte – Segnung, nicht Einweihung, vor. Im Anschluss an das Zeremoniell, dem landesüblichem Empfang und der Verkehrsfreigabe mit dem Durchschneiden eines Bandes nahm das Volksfest seinen weiteren Verlauf. Der am Sonntag in Dienst gestellte Tunnellösch-Lkw der Freiwilligen Feuerwehr Scharnitz durfte in seiner ersten, offiziellen Dienstfahrt auch als erstes Fahrzeug die Umfahrung nutzen.

Unter den Gästen befand sich auch Alt-Landesrat Toni Steixner, der in seiner Amtszeit in der Landesregierung die ersten Umfahrungsschritte setzte. „Gut Ding braucht eben Weile“, wie LHStv. Geisler mittlerweile gut lachen hat, schließlich wurde die Umfahrung seit 30 Jahren diskutiert und war dabei nicht unumstritten. Der besondere Dank der Bürgermeisterin ging daher an die Bürger ihrer Gemeinde: „Speziell bedanken möchte ich mich bei den Grundbesitzern, die das Wohl der Allgemeinheit vor das eigene gestellt haben.“