Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 12.11.2018


Bezirk Reutte

Lärmschutz im Außerfern: Politik soll handeln, nicht „umfragen“

„Taten und keine Worte, Umfragen oder Studien“ fordern Fritz Gurgiser und Reinhard Oberlohr in Sachen Lärmschutz im Außerfern ein.

Fritz Gurgiser (Transitforum Austria-Tirol).

© Andreas RottensteinerFritz Gurgiser (Transitforum Austria-Tirol).



Lechtal – Als „Verschwendung von Steuergeld“ und „das Verschieben der Verantwortung von Politik und Behörden im Land sowie den Bezirkshauptmannschaften Reutte und Imst“ bezeichnen Fritz Gurgiser (Transitforum Austria-Tirol) und Reinhard Oberlohr (IG Xund’s Lechtl) die Ankündigung des Landes, die seit eineinhalb Jahren präzise gemessenen Lärmpegel in Pfafflar, Elbigenalp, Elmen, Forchach, Häselgehr, Imst, Stanzach und Weißenbach mittels „einer Telefon-Umfrage“ erkunden zu wollen (die TT berichtete).

„Die hohe, gesundheitsschädigende Lärmbelastung in der Region Lechtal und Tannheimer Tal, Hahntennjoch und Ruhegebiet Muttekopf/Imst kann weder telefonisch befragt noch in weiterer Folge sündteuer studiert werde­n“, sagt Gurgiser und fügt hinzu: „Noch dazu jetzt im Herbst, wo die Bikersaison über das Hahntennjoch zu Ende ist. Das ist der gleiche untaugliche Versuch wie an der Zirler-Berg-Strecke, wo man irrtümlich gemeint hat, die Lärmbelastung durch das Bemalen einer seit rund 20 Jahren veralteten Asphaltdecke reduzieren zu können.“

Gemeinsam mit Reinhard Oberlohr fordert er dringend ein, dass endlich die nationalen und internationalen rechtlichen und gesetzlichen Vorgaben (EU-Grundrechts­charta, Alpenkonvention und Straßenverkehrsordnung) von den zuständigen Behörden angewandt werden, um den „Lärm auf das Maß zu reduzieren, welches unterhalb der ärztlichen Lärmgrenzwerte angesiedelt ist“. Alles ander­e deute nur darauf hin, dass sich Politik und Behörden vor ihrer Verantwortung drücken wollen.

Aus diesem Grund wurde auch das Projekt „Enkeltaugliche Lärmschutzoffensive 2018“ gestartet, welches noch diese Woche vorgestellt wird.

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„Beim menschlichen Ohr kommen weder umgefragte, studierte oder niedergerechnete Lärmpegel an, sondern die gemessenen“, lässt Gurgiser die politischen Entscheidungsträger im Landhaus wissen. „Im Lechtal wurden bereits Zehntausende Lärmpegel mit erschreckenden Überschreitungen gemessen. Sie sind von den zuständigen Behörden durch entsprechende Änderung der Rahmenbedingungen auf das Maß zu reduzieren, welches keine gesundheitlichen Schäden verursacht“, fordert Gurgiser. (TT, fasi)