Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 14.11.2018


Bezirk Kufstein

Breitenbach unterstützt Liftbau, Kundl winkt ab

Breitenbach ist der Genossenschaft Naturjuwel Rofan beigetreten, in Kundl sah man keinen Bedarf am Neubau der Sonnwendjochbahn.

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© Haun



Breitenbach, Kundl – Die Sonnwendjochbahn soll erhalten bleiben – darüber ist sich auch der Breitenbacher Gemeinderat einig. Bei der Sitzung am Montagabend wurde der Beitritt der Gemeinde zur Genossenschaft Naturjuwel Rofan einstimmig beschlossen. Mit maximal 50 Anteilen zu je 100 Euro kann sich Breitenbach nun am angepeilten Neubau des Lifts beteiligen.

Die Kosten des Doppelsessellifts werden mit 4,8 Millionen Euro beziffert. Der Tourismusverband Alpbachtal-Seenland sicherte bereits 25 Prozent der Summe zu, auch die Gemeinde Kramsach beschloss, sich mit 1,4 Millionen Euro auf eine Laufzeit von 14 Jahren an dem Projekt zu beteiligen. Mit der Genossenschaft sollte der restliche Betrag eingebracht werden – doch die Zeit für die Finanzierungsplanung drängt. Bis Mitte des nächsten Jahres fordert die Seilbahnbehörde eine Entscheidung, wie es mit der Bahn weitergehen soll. Ansonsten müssten die Stützen abmontiert werden.

Die Genossenschaft will indes erreichen, dass sich jede Gemeinde in der Region mit 30 Euro pro Einwohner beteiligt. Im Fall von Breitenbach wären dies rund 105.000 Euro – was für Diskussionen im Gemeinderat sorgte.

Prinzipiell sei man der Forderung gegenüber positiv gestimmt, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. „Mit unserer Finanzsituation wären 105.000 Euro in zehn Jahren schon machbar, aber wir sollten unbedingt vorher vertraglich festlegen, dass wir uns nicht bei den Abgängen des Liftes beteiligen“, meinte Vizebürgermeisterin Martina Lichtmannegger. Dass der Lift seine eigenen Kosten decken werde, glaubt sie nicht. Mit sanftem Tourismus werde man dies jedenfalls nicht erreichen, fügte GR Josef Schwaiger hinzu. Befürchtungen hinsichtlich eines Anstrums an Gästen wie beim Söller Hexenwasser wurden laut. BM LA Alois Margreiter betonte, dass Einheimische gegenüber den Touristen jedenfalls nicht benachteiligt werden dürfen. Es müsse schriftlich festgehalten werden, dass sich die Gemeinde nicht an den Abgängen des Liftes beteiligen werde.

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Einen Beschluss über die 30-Euro-Regelung will der Gemeinderat nach Vorstellung des Projekts durch die Genossenschaft in der nächsten Sitzung fällen.

Anders als in Breitenbach entschied man in Kundl: Dort stimmte der Gemeinderat generell gegen den Beitritt zur Genossenschaft. Der neue Lift sei „nicht im Interesse der Gemeinde“, sagt BM Anton Hoflacher auf Nachfrage der TT. Kundl leiste mit der Eishalle und der Kundler Klamm bereits einen großen Beitrag für die Region, so der Ortschef.

Der Präsident der Genossenschaft Naturjuwel Rofan Nikolaus Wannenmacher gab sich gestern gegenüber der TT wortkarg. Man befinde sich in einer „heißen Phase“ und wolle sich derzeit nicht zum Verlauf des Projekts äußern. (fh, jazz)