Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.11.2018


Landespolitik

Tiroler Fischer warnen vor Gewässer-Übernutzung

Der Übernutzung von Bächen und Flüssen muss laut Tiroler Fischereiverband rasch Einhalt geboten werden, einbrechende Fischbestände seien ein deutliches Alarmsignal.

© Schähle



Innsbruck – Wasserkraftnutzung, Verbauungen, Freizeitnutzung und Abwässer – Tirols Bäche und Flüsse haben laut Tiroler Fischereiverband (TFV) einen schweren Stand. Dieser Übernutzung müsse rasch Einhalt geboten werden, einbrechende Fischbestände seien ein deutliches Alarmsignal. Der Landesobmann des Fischereiverbandes Andreas Bachler wünscht sich daher, dass die Politik intakte und naturnahe Gewässer besser schützt. „Dies kommt nicht nur den Fischen zugute, sondern auch der Tiroler Bevölkerung“, ist er überzeugt. Ins gleiche Horn stößt auch TFV-Geschäftsführer Zacharias Schähle. „Bei unserer Forderung nach gesunden Gewässern geht es uns nicht darum, dass wir genügend Fische zum Fischen haben, wie uns das oft unterstellt wird“, macht Schähle klar. Es gehe dabei in erster Linie um Nachhaltigkeit und darum, Lebensräume nicht nur im Wasser, sondern auch im Uferbereich zu erhalten oder wieder herzustellen.

Bei einer Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fischereiverbandes zeigte LHStv. Josef Geisler am Freitag Verständnis für diese Forderungen. „Früher hat man versucht, Flüsse möglichst rigoros zu begradigen. Heute weiß man, dass sie für die Ökologie und einen ausreichenden Hochwasserschutz deutlich mehr Platz benötigen“, so Geisler. Er stellte in Aussicht, auch über den Landeskulturfonds Flächen an Gewässern zu erwerben, um Naturschutzprojekte und Verbesserungen am Lebensraum umzusetzen. Gleichzeitig verwies Geisler auf die Notwendigkeiten der Energiewende, es müsse ein „vernünftiges Nebeneinander“ gegensätzlicher Interessen geben. Er schätze die Arbeit des Tiroler Fischereiverbandes sehr und sieht in ihm einen kompetenten Partner, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern. (np, TT)