Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Innsbruck-Land

Neuer Anlauf für ein Bordell in Gries: Gemeinderat prüft

Der Gemeinderat hat ein Ansuchen für ein Bordell nahe der Grenze zu Italien zu behandeln. Freude hat man damit keine.

© dpa(Symbolfoto)



Von Denise Daum

Gries a. Br. – Wieder einmal liegt der Gemeinde Gries am Brenner ein Ansuchen um Erteilung einer Bordellbewilligung vor. Immer wieder trudeln derartige Anträge ein, was vor allem an der Lage der Grenzgemeinde liegt. In Italien sind Bordelle nämlich verboten. Das letzte Mal lehnte die Gemeinde Gries vor rund zehn Jahren ein derartiges Anliegen ab – unter anderem mit dem Argument, dass kein Bedarf bestehe. Seitdem war Ruhe. Bis jetzt. Dem Vernehmen nach soll ein Einheimischer am Brenner, nahe der Grenze zu Italien, ein Bordell mit zwei Prostituierten planen. Genaueres ist erst bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend zu erfahren.

Ohne der Sitzung vorgreifen zu wollen: Eine Mehrheit dürfte sich für das Bordell aber kaum finden. Bürgermeister Karl Mühlsteiger erklärt, dass die Grieser kein Verständnis für ein derartiges Etablissement in ihrer Gemeinde haben. Die Freude über den Antrag halte sich auch bei ihm dementsprechend in Grenzen. „Ich bin gespannt, wie die Diskussion im Gemeinderat verläuft. Die Stimmung ist eher negativ“, sagt Mühlsteiger. Ähnlich schätzt sein Listenkollege und Vizebürgermeister Harald Gstrein die Lage ein. In der Fraktion will man das Thema heute Abend besprechen.

Klare Worte findet Gemeinderat Martin Hörtnagl (Gemeinsam für Gries). Eine Bordellbewilligung unterstütze er „auf keinen Fall. So etwas brauchen wir nicht. 20 Minuten weiter gibt es in Innsbruck so ein Angebot. Das wird den Mandern wohl reichen“, bringt es Hörtnagl auf den Punkt.

Der Standort kurz vor der Grenze würde sich laut FPÖ-Gemeinderat Arthur Vetter grundsätzlich schon für ein Bordell eignen. Er hegt aber massive Bedenken, dass sich dadurch „anrüchige Gesellschaft und Leute aus der Drogenszene“ herumtreiben würden. „Ich befürchte, dass so ein Bordell generell Unruhe in den Ort bringt“, erklärt Vetter.

Der letzte negative Bescheid der Gemeinde Gries wurde im Übrigen im Jahr 2009 vom Land zunächst behoben und eine neuerliche Bedarfsprüfung vorgeschrieben. Auch potenzielle Kunden aus Italien seien einzubeziehen. Geändert hat das am Ergebnis bekanntlich nichts.