Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Bezirk Landeck

Kaunertal: Ein Schmuckkastl für die Gemeinde und Vereine

Beim Festakt vor dem neuen Kaunertaler Gemeindehaus gab es Lob von allen Seiten. Das Objekt kostete 1,9 Mio. Euro, Land steuerte mehr als die Hälfte bei.

© WenzelDie Architektur des Hauses, geplant von Bettina Platter und Dominik Häusler, erntete viel Lob der Festredner.



Von Helmut Wenzel

Kaunertal – Bis vor einem Jahr mussten die Kaunertaler ein in die Jahre gekommenes und wenig repräsentatives Gemeindehaus aufsuchen. Doch damit ist jetzt Schluss. Wie Phönix aus der Asche stieg an derselben Stelle ein Schmuckkastl – ein architektonisch raffiniertes wie anspruchsvolles Objekt mit viel Holz, Beton und Glas. Geplant hat es das Architektenteam Bettina Platter und Dominik Häusler. Die Kosten liegen bei 1,9 Mio. Euro netto, eine Million steuert das Land bei.

Bei der Eröffnungsfeier am Samstag stand den Festrednern die Freude ins Gesicht geschrieben, allen voran Bürgermeister Pepi Raich. „Endlich haben wir ein barrierefreies Haus“, atmete Raich auf. „Das Kaunertal hat sich ja als barrierefreie Region vom Gletscher bis Kaltenbrunn einen Namen gemacht.“

Der Gemeinderat und die Vereine haben, so Raich, gemeinsam ein Anforderungsprofil für ein funktionelles Haus ausgearbeitet: „Die Planer konnten unsere Wünsche hervorragend umsetzen. Neben den Verwaltungsräumen und dem Sitzungssaal sind auch Räume für die Vereine untergebracht. Ich glaube, es ist ein wunderschönes Gebäude geworden.“ Im Gesamtkonzept integriert ist zudem ein überdachter Platz, den die Musikkapelle als Pavillon nutzen kann. „Das Gemeindehaus soll ein Haus der Begegnung sein, ein Treffpunkt für alle Kaunertaler und Kaunertalerinnen“, fasste der Bürgermeister zusammen. Laut Bauleiter Karl Stecher nahm das Projekt 22 Monate in Anspruch, davon acht Monate reine Bauzeit. Die Fassade besteht, so Stecher, aus 680 Quadratmetern Massivholzelementen. „Es ist ein Gebäude mit Wiedererkennungswert, das zum Tal und zu den Menschen passt.“

Lobende Worte fand LH Günther Platter nicht nur für das Projekt: „Die Schützensalve war hervorragend, das Kommando von Hauptmann Franz Schmid hat man bis nach Prutz gehört.“ Doch Platter kam auch auf ein ernstes Thema zu sprechen – auf die Judenpogrome von vor 80 Jahren. Seine Schlussfolgerung: „Haben wir ein Glück, dass wir in dieser Zeit, in diesem Land leben und uns auch etwas leisten können. Mit der Million Euro, die wir zur Verfügung stellen, hat das Land keine Schulden gemacht.“

Ein Schnapserl zur Eröffungsfeier muss sein – Hauptmann Franz Schmid, BH Markus Maaß, BM Pepi Raich und LH Günther Platter (v. l.).
- Wenzel



Kommentieren


Schlagworte