Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Kitzbühel

750-Jahr-Jubiläum: Leitbild für Kitzbühel präsentiert

Zum 750-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung hat Kitzbühel in einem fast vierjährigen Prozess einen Stadtentwicklungsplan erarbeitet. Bis zum Jubiläumsjahr 2021 soll bereits einiges umgesetzt werden.

© Harald Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So auch das 750-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung Kitzbühels. Im Jahr 2021 ist es so weit, und seit 2015 laufen die ersten Vorbereitungen für diesen Anlass. Ein wichtiger Punkt war und ist der Stadtentwicklungsplan, genannt „SEP Kitz 750“. Dabei handelt es sich um ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Hierbei wurden auch die Kitzbüheler selbst eingebunden. In sechs Arbeitskreisen wurde seit 2015 an dem Plan gearbeitet, insgesamt haben sich gut 100 Kitzbüheler in den Plan eingebracht. Am Montagabend wurde nun der fertige Plan dem Gemeinderat präsentiert.

Projektleiter Karl Klausner erklärte dabei kurz die Entstehung und schließlich die Ergebnisse. Es gibt dazu eine Kurzfassung und eine Langfassung, mit allen ausgearbeiteten Punkten in den sechs Arbeitsbereichen. Das sind „Wirtschaft“, „Visionen für Sport und Kultur“, „Einheimische und Tourismus“, „Soziales und Gesundheit“, „Junge Visionäre“ und „Lebensraum (Umwelt, Raumordnung, Infrastruktur)“. „Die Detailinhalte des Stadtentwicklungsplans sind von den jeweiligen Arbeitskreisen erarbeitet worden und grundsätzlich ohne Streichungen in den SEP eingeflossen“, schildert Klausner, denn es hätte kaum widersprüchliche Punkte gegeben. „Zumindest keine schwerwiegenden, die leichten Widersprüche haben wir im Plan gelassen, um die Diskussion zu fördern“, führt Klausner weiter aus.

Zudem wurden die einzelnen Ziele auch nach Priorität eingestuft und mit Jahreszahlen für die Umsetzung versehen. „Hier haben wir den Starttermin ausgewählt“, erklärt Klausner und dazu wurden auch noch die zuständigen Ausschüsse eingefügt. „Denn wenn niemand zuständig ist, passiert es auch nicht“, ist Klausner überzeugt. Vor allem bis zum Jahr 2021 sollen einige der Ziele umgesetzt werden. Es sei aber nicht nur ein Plan für die nächsten drei Jahre, stellt Klausner klar, sondern vielmehr ein Masterplan und spiegelt wider, was sich die Bevölkerung von der Stadt erwartet.

Die Vorschläge sind sehr breit gestaffelt. Diese reichen von der Schaffung von Starterwohnungen, der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, der Förderung der Kultur, um ein Gegengegewicht zum dominanten Sport zu schaffen, bis zum Wunsch, dass der Tourismus wieder positiver belegt werden und die Verbindung mit den Einheimischen verbessert werden soll. Ebenfalls ein Ziel ist „Kitzbühel 365 für Einheimische“ in Anlehnung an „Kitzbühel 365 des Tourismusverbandes“. So soll die Innenstadt gestärkt werden und zum Beispiel eine Fußgängerzone geschaffen werden.

Damit das Leitbild nicht in der Schublade verschwindet, wurde ein Strategiebeirat gegründet, zusammengesetzt aus dem Stadtrat, den Ausschussobleuten und allen Fraktionen. Dieser tagt einmal im Jahr und überwacht die Umsetzung der festgelegten Ziele. „Dieser SEP 750 ist eine einmalige Chance für Kitzbühel, und sie geht nicht von uns, sondern von den Bürgern aus“, betont GR Ludwig Schlechter (ÖVP). Er hofft, dass dieser Masterplan ein lebendiges Papier wird, und er würde sich professionelle Hilfe für die Umsetzung wünschen, zusätzlich zu dem bereits eingestellten Mitarbeiter für das Stadtmarketing.

Etwas anderer Meinung ist hingegen FPÖ-GR LA Alexander Gamper. „Ich sehe es auch als Masterplan. Aber zuerst sollte das Projekt bei uns ankommen und nicht gleich wieder über professionelle Hilfe gesprochen werden“, sagt Gamper.

Der Stadtentwicklungsplan wird in der kommenden Woche bei der Gemeindeversammlung am Montag, 26. November, um 18.30 Uhr im Saal der Musikschule/Neue Mittelschule der Bevölkerung ausführlich präsentiert.