Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Bezirk Landeck

Wenner Deponiepläne für Fließer Ortsteil Piller

Die Gemeinde Wenns plant eine neue Bodenaushubdeponie in Klausangeregg. Das liegt aber auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Fließ.

© Reichle



Von Matthias Reichle

Fließ, Piller – Es ist ein Projekt, das nicht bei jedem gleichermaßen gut ankommt. Wenns plant eine neue Bodenaushubdeponie – die Lagerfläche für Erdreich entsteht aber nicht im eigenen Gemeindegebiet, sondern über die Bezirksgrenze hinweg im Fließer Ortsteil Piller. Dort haben die Pitztaler seit jeher Grundbesitz. Bürgermeister Walter Schöpf bestätigt das entsprechende Ansuchen bei der Bezirkshauptmannschaft Landeck. Auf einer Fläche von 8365 m² sollen im Zeitraum von zehn Jahren 76.295 m³ Material abgelagert werden. Das Genehmigungsverfahren läuft.

Das Material würde in einem kleinen Wäldchen südlich der Landesstraße und in relativer Nähe zur Siedlung abgelagert. Die Lkw wären damit auf der engen Straße durch den Ort unterwegs. Der Gemeinde würden andere Möglichkeiten zur Ablagerung fehlen, so Schöpf. Die bestehende Deponie rund einen Kilometer talabwärts sei voll.

Man könne nichts dagegen tun, erklärt der Fraktionsvorsteher von Piller, Gemeinderat Edwin Neuner. Immerhin werde die Deponie auf dem Grund von Wenns verwirklicht, die Zufahrt erfolge über die Landesstraße. Er hat das Thema auch bei der letzten Fraktionsversammlung angesprochen. „Es ist sicher nicht gut, den ganzen Dreck durch die Ortschaft zu karren“ – es werde damit wieder mehr Verkehr durch Piller unterwegs sein. Man müsse nun die naturschutz­rechtliche Verhandlung abwarten.

Der Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bock betont, dass man mit der bisherigen Deponie der Wenner kein­e Problem­e gehabt habe. Im Genehmigungsverfahren habe die Gemeinde damals Einspruch erhoben – „im Nachhinein hat sie aber nicht gestört“. Auch diese sei nah am Siedlungsgebiet. Darüber hinaus sei vereinbart worden, dass auch die Piller die Möglichkeit bekommen, ihren Aushub in der neu geplanten Deponie abzuladen.

Laut Schöpf sei die Belastung gering. Die Fläche befindet sich in einem kleinen Tal und kann von der Siedlung nicht eingesehen werden. Der Verkehr über den Piller Sattel nehme zwar zu – ein Problem seien aber vor allem die Motorradfahrer.




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