Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.11.2018


Bezirk Schwaz

Umwidmung und Kauf von Stift Fiecht nun fix

1,7 Hektar Freiland rund ums Stift Fiecht mussten umgewidmet werden, damit der Kauf von Christoph Swarovski rechtlich durchgeht.

Die Umwidmung der Freilandflächen rund ums Stift Fiecht in Sonderfläche Grünanlage wurde diese Woche vom Vomper Gemeinderat beschlossen.

© Harald HintnerDie Umwidmung der Freilandflächen rund ums Stift Fiecht in Sonderfläche Grünanlage wurde diese Woche vom Vomper Gemeinderat beschlossen.



Vomp – Die Auflagefrist ist vorbei. Stellungnahmen gab es keine. Somit wurde die Umwidmung der Freilandflächen rund ums Stift Fiecht in Sonderfläche Grünanlage diese Woche vom Vomper Gemeinderat beschlossen. Denn erst diese Umwidmung ermöglichte es dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Christoph Swarovski, das Stift Fiecht von der Benediktinerabtei zu kaufen. Er plant eine Bildungsstätte mit digitalem Campus – die TT berichtete.

Bis auf die Vomper Grünen stimmten alle Gemeinderäte der neuen Widmung der 1,7 Hektar großen Fläche zu. „In unseren Augen ist diese Vorgehensweise eine Umgehung des Tiroler Grundverkehrsgesetzes“, sagt GR Stephanie Jicha (Grüne). Denn laut diesem Gesetz können land- und forstwirtschaftliche Grund­stücke nur von Bauern erworben werden. Da Swarovski aber kein Landwirt ist, hat Bürgermeister Karl-Josef Schubert (VP), der hinter dem Projekt steht, die Umwidmung auf die Tagesordnung gesetzt.

„Die Flächen sind der Land- und Forstwirtschaft für immer entzogen und müssen auch nicht mehr bewirtschaftet werden“, sagt Jicha. Dass die SPÖ für die Umwidmung stimmte, sei laut Hubert Scheiber eine Grundsatzentscheidung gewesen. Er sieht die Entwicklung positiv. „Es geht hier um einen der größten Arbeitgeber, da muss man schon abwägen. Und er wird im Stift sicher gut investieren“, sagt Scheiber. Dass Christoph Swarovski auch sein Arbeitgeber ist, habe laut Scheiber keinen Einfluss auf seine Entscheidung gehabt. Sich der Stimme zu enthalten, sei für ihn nicht zur Debatte gestanden. Auch für andere Mandatare nicht.

Auf TT-Anfrage heißt es seitens der Presseabteilung von Swarovski, dass keine Umgehung des Tiroler Grundverkehrsgesetzes vorliege, da die Umwidmung gesetzeskonform vom Gemeinderat beschlossen wurde. Weiter heißt es: „Die Argumentation, dass hiermit bedeutende Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden, beruht wohl auf subjektiven Annahmen einzelner politischer Vertreter.“

Jicha und ihr GR-Kollege Lukas Steurer orten zudem ein unfaires Vorgehen, was die Raumordnung in Vomp angeht. „Wir sind jetzt seit gut 2,5 Jahren im Gemeinderat und beobachten, dass nicht für alle Freiland so einfach umgewidmet wird“, sagt Jicha. (emf)