Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.11.2018


Tirol

Lob für Wiener Pflichtkurse für Hundehalter, keine Pläne in Tirol

Der Wiener Landtag beschließt heute verpflichtende Hundekurse. In Tirol gibt es dafür derzeit keine Pläne.

© iStockIn Wien sollen mit 1. Juli 2019 verpflichtende Kurse für Hundehalter eingeführt werden.



Innsbruck, Wien – Die Bundeshauptstadt gibt sich ein neues Tierhaltegesetz, heute soll es im Wiener Landtag beschlossen werden. Dieses sieht deutlich strengere Regelungen für die Haltung von Hunden vor. Zentrale Punkte sind etwa eine generelle Beißkorbpflicht für so genannte Kampfhunde – wobei es hier Ausnahmen geben wird – und die Einführung verpflichtender Hundehalterkurse. Letztere müssen alle Hundehalter absolvieren, unabhängig davon, welche Hunderasse sie halten. Wer sich nach dem 1. Juli 2019 einen Hund anschafft, muss diesen Kurs absolvieren und einen Sachkundenachweis vorlegen. Damit soll sichergestellt werden, dass sich Menschen, bevor sie sich einen Hund zulegen, darüber informieren, was das bedeutet.

Die für Wien angedachten verpflichtenden Hundehalterkurse finden auch bei Tierschützern hierzulande Zustimmung. Inge Welzig, jahrzehntelang im Tiroler Tierschutz engagiert, sieht sich in einer alten Forderung bestätigt: „Seit 25 Jahren setze ich mich dafür ein, dass Personen einen mehrstündigen Kurs absolvieren müssen, bevor sie sich das erste Mal einen Hund zulegen.“ Viele künftige Hundebesitzer wüssten nämlich gar nicht, worauf sie sich mit einem Hund als Haustier einlassen. So genannte Problemhunde seien dann meist das Resultat von falscher Hundehaltung. „Letztlich ist der Mensch daran schuld, wie sich das Tier entwickelt“, sagt Welzig.

In Tirol gibt es derzeit keinen verpflichtenden Hundehalterkurs, die Maulkorbpflicht für Problemhunde kann im Bedarfsfall von der Gemeinde verordnet werden. (APA, np)