Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Bezirk Reutte

Breitenwang gibt Jugend Chance auf ein Eigenheim

Junge Leute sollen im Ort gehalten werden. Gemeinde stellte mit Agrar günstige Bauplätze zur Verfügung, die in kurzer Zeit „vergriffen“ waren.

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© Tschol



Von Helmut Mittermayr

Breitenwang – Wie kann es gelingen, junge Bürger in der Gemeinde zu halten? Diese Frage stellten sich der Breitenwanger Bürgermeister Hanspeter Wagner und sein Substanzverwalter Christian Angerer schon seit Langem. Die Einwohnerzahl Breitenwangs geht schon länger leicht zurück. Für Wagner kein wirklicher Beinbruch, ziehen doch viele gerade ein paar Häuser weiter nach Reutte, wo die Wohnblöcke aus dem Boden schießen, und halten engen Kontakt zur „Heimat“. Trotzdem wollte Breitenwang aktiv werden, um jungen Leuten auch ein Eigenheim ermöglichen zu können.

In Zusammenarbeit von Gemeinde und Gemeindeguts­agrargemeinschaft wurde daher vor knapp eineinhalb Jahren bei einer Bürgerversammlung ein besonderes Bauprogramm für junge Menschen in Breitenwang vorgestellt. Ziel war es, junge Breitenwanger in der Gemeinde zu halten. Dafür wurden von der Agrar sechs Bauplätze zu günstigen Konditionen von 99 Euro pro Quadratmeter bereitgestellt, die in kürzester Zeit an Einheimische oder Kinder von Einheimischen vergeben werden konnten. Zudem konnte die Gemeinde den Höfener Holzbauer Saurer als Generalunternehmer gewinnen, der aufgrund der „Serienproduktion“ – etwa gleiche Grundrisse – die Häuser günstig offerieren konnte. Obwohl sich jeder sein Traumhaus – mit oder ohne Keller, mit Pult- oder Satteldach oder nur als Gebäudehülle mit Fertigstellung durch Eigenleistung – aussuchen konnte, blieb auch die teuerste Version „schlüsselfertig“ einigermaßen günstig: Sie kostete bei 400 m² Grund, 120 m² Wohnfläche, 380.000 Euro.

Nach der infrastrukturellen Erschließung im heurigen Frühjahr konnte nun mit einer Firstfeier auf dem letzten errichteten Haus eine erste Bauphase abgeschlossen werden. Alle jungen Bauwerber waren dabei und freuten sich über den raschen Baufortschritt. Die ersten von ihnen wollen noch vor Silvester einziehen. „Es wird immer von sozialem und günstigem Wohnen gesprochen – in Breitenwang wird gehandelt“, strahlte ein junger Hausbesitzer. Auch Bürgermeister Hanspeter Wagner und Vize-BM Christian Angerer sind sich einig – „das ist ein Vorzeigeprojekt, und für die sechs jungen Paare erfüllt sich der Traum von einem Eigenheim“.

Ein alter Flurname, „Schwelle“, gibt dem Baugebiet auch seinen Namen und so wohnen zukünftig die jungen Familien an der „Alten Schwelle“. Im kommenden Jahr soll mit der Straßenasphaltierung dieser Baubereich abgeschlossen werden.