Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.11.2018


Bezirk Schwaz

Ärger über neuen Citybus-Fahrplan in Schwaz

Um Zeit zu sparen, fährt der Schwazer Citybus nicht mehr alle Haltestellen an. Das sorgte bei den Senioren für Unmut.

© ÖBB-Postbus, iStockMit einem zweiteiligen Buszug dieser Art trug sich der Vorfall in Wattens zu. Im Anhänger wurden zwei Schülerinnen, die stehend befördert wurden, erheblich verletzt.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Zu emotionalen Diskussionen kommt es im Schwazer Gemeinderat nur selten. Doch beim Thema Citybus konnte sich GR Walter Egger nicht zurückhalten. Für ihn gleicht die Erneuerung des Fahrplanes ab Dezember einem „Schildbürgerstreich“. Vor allem, wenn es um die Linie 2 geht. „Weder das Haus der Generationen noch die Altenheime werden mehr angefahren“, sagte Seniorenreferent Egger. Er sei bereits vielfach von älteren Schwazern angesprochen worden, sie seien entsetzt.

GR Hermann Weratschnig erklärte, dass man mit dem neuen Fahrplan schneller unterwegs sei und bis zu neun Minuten einsparen könne. Das sei gerade für die Pendler ein Vorteil. „Wir könnten vielleicht bedarfsweise mit einem kleinen Bus fahren“, schlug Weratschnig vor. Das bedeute aber ein Mehr an Kosten.

Walter Egger verstand die neue Kursführung nicht, Zeit einsparen könne man anders auch. Nach kurzem Hin und Her versuchte BM Hans Lintner zu vermitteln und schlug ein gemeinsames Gespräch vor.

Dazu kam es am Donnerstagabend. BM Lintner, Weratschnig, Egger und GR Eva Maria Beihammer vom Pensionistenverband setzten sich mit dem Busunternehmen Ledermair an einen Tisch. Raus kam eine zusätzliche Linie. Egger ist überglücklich, etwas für die Senioren bewirkt zu haben: „Die neue Linie 9 wird die Haltestellen wieder anfahren, die gestrichen wurden.“ Dafür müsse die Stadt aber zusätzliche 30.000 Euro berappen. „Ich weiß, dass es nicht so viele Leute sind, die bei den Altenheimen aus- und einsteigen. Aber gerade für diese Leute ist eine Busverbindung wichtig“, sagt Egger.

Der Ortsteil Sonnseite steht bis dato gar nicht im Fahrplan. Ob sich das künftig ändere, sei noch ungewiss.