Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.12.2018


Bezirk Landeck

Letzter Feinschliff für Prutzer Begegnungszone

In Prutz entsteht Tirols erste Begegnungszone auf einer Landesstraße. Kürzlich wurde das Projekt der Bevölkerung präsentiert.

© ReichleDas Modell der Begegnungszone nach Plänen von Ursula Faix. Gleichzeitig wird auch der Dorfplatz neu gestaltet.



Von Matthias Reichle

Prutz – In Prutz schlängelt sich der Verkehr durch die verwinkelten, engen Häuserschluchten des Dorfzentrums. Täglich sind das Tausende Fahrzeuge, die sich am Ortsende aufteilen. Viele fahren ins Kaunertal, immer mehr wird aber auch der Ausflugsverkehr Richtung Kauns und Kaunerberg weiter über den Gachen Blick. In der Gemeinde greift man nun zu ungewöhnlichen Mitteln, um des Problems Herr zu werden. Auf der Landesstraße wird kurzerhand eine Begegnungs­zone verordnet. Es ist in Tirol die erste auf dem übergeordneten Straßennetz.

Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren. Kürzlich wurde das Projekt der Bevölkerung präsentiert. „Wir möchten im Frühjahr, sobald es der Schnee zulässt, mit der Baustelle starten“, erklärt Bürgermeister Heinz Kofler. Aktuel­l werden die Ausschreibungen vorbereitet. Die Prutzer sollen noch für den letzten Feinschliff der von Architektin Ursula Faix geplanten 1300 Quadratmeter großen Begegnungszone auf der Kaunertaler Straße sorgen.Derzeit wird das Projekt im Rahmen einer kleinen Ausstellung im Gemeindehaus vorgestellt, bis Weihnachten haben alle die Möglichkeit, ihre Idee­n anzubringen. „Wir werden versuchen, das noch miteinzuarbeiten“, erklärt Kofler. Gemeinsam mit der Straße wird auch der Dorfplatz neu gestaltet. „Wir möchten für eine Belebung im Zentrum sorgen“, so Kofler. Alle baulichen Maßnahmen werden gemeinsam mit der Landesstraßenverwaltung durchgeführt. Auch zur Verordnung der Begegnungszone braucht es beide Partner. Die Gemeinde für die Gemeindeflächen, das Land für die Flächen der Landesstraßen, erklärt Kofler die Besonderheiten des Vorhabens.

Bislang hat es so etwas in Tirol noch nicht gegeben. Und es wäre sicher nicht möglich, auf jeder Landesstraße eine Begegnungszone auszuweisen, betont der Leiter der zuständigen Behörde, Bezirkshauptmannstellvertreter Siggi Geige­r. Im Prutzer Dorfzentrum sind die Voraussetzungen aber besondere: „Durch den Schluff ist die Geschwindigkeit schon jetzt sehr gering“, erklärt er. Das hätten auch Verkehrsgutachten ergeben. „Mit den Fußgängern und den zwei schlafenden Polizisten – noch langsamer könnte es nicht mehr werden.“ Auch nicht mit einer 20er-Beschränkung.

In Prutz habe sich die Bevölkerung inzwischen mit der Begegnungszone angefreundet, so Kofler – auch die Anrainer. Das Bauprojekt wird in zwei Etappen durchgeführt. In einem ersten Schritt kommen der Dorfplatz und die Straße dran. Nächstes Projekt wäre dann die Platzgestaltung hinter dem Innopark. Beides gehe sich finanziell nicht aus.




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