Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.12.2018


Landespolitik

Malchbach soll zwei neue Rückhaltebecken bekommen

Der Gefahrenzonenplan der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) liegt der Stadtführung vor. Der Wasserbau ist noch säumig.

© PaschingerDas Hochwasser Mitte Juli 2016 (im Bild) ist vielen Imstern noch in allzu guter Erinnerung. Der Gefahrenzonenplan der Wildbach- und Lawinenverbauung liegt nun vor.



Von Thomas Parth

Imst – Vorgestern präsentierte die WLV ihren Gefahrenzonenplan u. a. BM Stefan Weirather. „Hier sind alle Wildbäche enthalten. Mitte Jänner wird es eine öffentliche Präsentation im Stadtsaal geben“, legt Weirather offen. Damit sei der erste Teil vorhanden. „Was noch fehlt, ist der Wasserbau, der jedoch bis Weihnachten ebenfalls seinen Gefahrenzonenplan erstellt haben soll“, hofft das Stadtoberhaupt.

Das gemeinsame Ziel ist die Erstellung eines Masterplans, um die finanziellen Mittel für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen budgetieren zu können. „Wo sich Malchbach und Gurgl treffen – und zum Piger werden – bis zur Inn-Mündung muss man vorrangig einmal weiterkommen“, gibt Weirather die Richtung vor: „Momentan sind in diesem Bereich stellenweise Flaschenhälse, die nur 40 Kubikmeter Wasser schlucken. Jetzt kommen allein schon von den Wildbächen 90 Kubikmeter Wasser.“ Dieses Wasser könne man nicht mehr retendieren, da sich der Malchbach nicht stauen lässt, um Hochwässer abzufangen. Selbst Fangbecken könnten diese Aufgabe nicht erfüllen.

„Wir wollen den Unterlauf so weit ertüchtigen, dass ein lokales Hochwasserereignis schadfrei stattfinden kann“, drängt Weirather auf eine baldige Lösung. Lokale Stark­regen würden überdies öfter stattfinden und würden auch den Unterlauf des Inns kaum beeinträchtigen.

„Ohne Retention im Gurgltal wird es nicht gehen“, ist Weirather klar. Über die Einbringung von Agrargemeinschaftsflächen glaubt der Imster Bürgermeister die Causa beschleunigen zu können. – Es werde darüber hinaus ein Gesamtprojekt geben, welches zwei neue Geschiebebecken im Bereich Malchbach sowie die komplette Ertüchtigung des Unterlaufs beinhalte. In die Jahre gekommene Bachfassungen mit unterspülten Mauern und ausgewaschenen Steinen machen eine Generalsanierung nötig. „Das erste Fangbecken käme in Hochimst, wo man relativ viel Geschiebe, an die 50.000 Kubikmeter, parken könnte. Wir sind seit zwei Jahren dran, die Nutzungsberechtigten abzulösen“, sieht Weirather hier Licht am Ende des Tunnels: „Das zweite Becken mit rund 20 bis 30.000 Kubikmetern würde das gesamte Geschiebe binden und nur mehr Wasser durchlassen.“

BM Weirather drängt darauf, die Planungsphase 2019 zur Gänze abzuschließen, um dann 2020 mit den ersten Schutzbauten beginnen zu können.




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