Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.12.2018


Bezirk Reutte

Fernpasstunnel bekäme drei Fahrspuren

Auf der Fernpasshöhe starten Untersuchungen für eine Deponie. Allerdings nicht für den möglichen Aushub des Scheiteltunnels.

© PaschingerDer angelegte Weg ist kein Startschuss für die Deponie, sondern Zubringer zu den vorgesehenen Probebohrungen.



Von Alexander Paschinger

Biberwier, Nassereith – Wer in diesen Wochen den Fernpass befährt, dem sind die Arbeiten an der kleinen Ausweiche zwischen der Raststation Zugspitzblick und der Fernpasshöhe bereits aufgefallen: Ein Bagger hat sich dort in den Graben hinuntergewälzt und einen Weg angelegt. Oben, direkt an der Ausweiche, lagerten auch schon diverse Bohrgestänge.

Dabei handelt es sich laut dem Biberwierer Bürgermeister Paul Mascher um die Erkundungsbohrungen für eine Deponie. Wie berichtet, hatten diese Pläne schon vor einigen Monaten für Aufregung in der Fernpassgemeinde gesorgt. Immerhin geht es um das Ansinnen eines Reuttener Erdbewegers, nicht weniger als 450.000 m³ Bodenaushub in der großen bewaldeten Mulde direkt neben der Fernpassstraße abzulagern. Es kam innerhalb der Dorfpolitik zu Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft, allerdings erhärteten sich die Verdachtsmomente nicht und die Voruntersuchungen wurden wieder eingestellt.

Dennoch will der Substanzverwalter der Agrargemeinschaft, die Grundeigentümerin ist, als gleichzeitiger Ziviltechniker des Erdbewegers aus Befangenheitsgründen nichts mehr dazu sagen.

Mascher wiederum erklärt, dass die behördliche Entscheidung für die Deponie noch nicht gefallen sei. Jetzt werden Bohrungen und Schürfungen dazu durchgeführt, ob das Gelände überhaupt geeignet ist. Betreiber wäre aber jedenfalls der Reuttener Erdbeweger.

Diese Deponie stünde aber in keinem Zusammenhang mit dem von LH Günther Platter forcierten Fernpassscheiteltunnel. Denn mittlerweile hat der Biberwierer Bürgermeister doch Besuch aus dem Land mit Infos im Gepäck erhalten: Ein Großteil des Ausbruchs des Scheiteltunnels würde nämlich auf Nassereither Seite zur Errichtung einer Plattform am Tunnelportal genutzt. Aus seiner Ablehnung des Bauwerks macht Mascher freilich keinen Hehl. Übrigens sollte der Tunnel neben einem Rettungsstollen auch drei Fahrspuren bekommen: zwei in Richtung Biberwier, eine in Richtung Nassereith. Diese Planung bestätigt auch Maschers Nassereither Amtskollege Herbert Kröll.