Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.12.2018


Innsbruck

Hohe Werte für Bürgermeister Willi, FI stürzt in Umfrage ab

Eine Bürgermeisterdirektwahl würde den amtierenden Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi derzeit wohl haushoch gewinnen. Er genießt hohe Zustimmungswerte.

© EXPA/GroderBM Georg Willi bekommt in einer ersten Umfrage hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung.



Innsbruck – Wie kommt er denn bei den Leuten an als Bürgermeister, der Willi? Eine Frage, die nach dem Start des neuen Bürgermeisters schon öfter gestellt wurde. Eine aktuelle Telefonumfrage von Studenten der Uni Innsbruck (Institut für Politikwissenschaft) im Rahmen eines Seminars unter Leitung von Christian Traweger (Sample: 400 wahlberechtigte Innsbrucker, November, maximale Schwankungsbreite +/- 4,9 Prozent) gibt jetzt erste Aufschlüsse darüber: Willi kommt demnach sehr gut an.

Bei einer Bürgermeisterdirektwahl würden Willi laut den Daten derzeit 44,1 Prozent der Innsbrucker wieder zum Bürgermeister wählen. Mit weitem Abstand folgen Amts-Vorgängerin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck, 18,1 Prozent) und FP-Stadtrat Rudi Federspiel (14,4 Prozent).

Willi hat laut Traweger in seinem Amt ein sehr hohes Maß an Zustimmung. Über 70 Prozent gaben an, mit seiner Arbeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein. Wobei Willi bei Männern noch bessere Werte hat als bei Frauen. Die Diskussionen etwa über die hohen Kosten beim Patscherkofel haben laut der Telefonumfrage auch dem Ansehen der Stadtregierung nicht geschadet. Elf Prozent sind mit der Arbeit „sehr zufrieden“. 60 Prozent der Befragten waren „zufrieden“. Nur fünf Prozent sind mit der Stadtregierung „gar nicht zufrieden“.

Die Sonntagsfrage zur Gemeinderatswahl hat die Grünen einmal mehr ganz vorne. Sie würden laut der Umfrage auf 31,5 Prozent kommen. Das wäre im Vergleich zur Gemeinderatswahl im April ein Plus von über sieben Prozentpunkten. Deutlich verlieren würde Für Innsbruck – hier käme man aktuell nur noch auf 11,5 Prozent. Bei der Wahl waren es noch 16,15 Prozent. Aber auch die FPÖ würde demnach Federn lassen. Von 18,5 Prozent bei der Wahl würden die Blauen in der Umfrage auf 15,7 Prozent fallen.

Stabil bleiben die beiden anderen Koalitionspartner von Grün und FI. Die SPÖ würde leicht dazugewinnen und bei 11,5 Prozent landen. Die ÖVP würde auf 11,8 Prozent kommen (bei der Wahl waren es noch 12,1 Prozent gewesen). Die Schwankungsbreite von 4,9 Prozent ist bei diesen Zahlen natürlich immer in Betracht zu ziehen.

Das gilt auch für die Kleinparteien – die mehr oder weniger auf dem Stand der Wahl geblieben sind.

Willi führt unterdessen auch die Bekanntsheitswerte in der Bevölkerung vor Oppitz-Plörer und Federspiel an – Letzterer hat aber bei Befragten mit Lehre/Fachschul-Abschluss sehr hohe Werte.

Rund 59 Prozent der Befragten fühlen sich übrigens durch die Innsbrucker Politik gut vertreten – wobei die Stadtpolitik sogar bei Frauen bessere Werte hat als bei Männern.

Besonders interessant sind auch die Themen Wohnen und Sicherheit, die von den Politikwissenschaft-Studenten abgefragt wurden. 80 Prozent der Bewohner fühlen sich demnach sicher oder sogar sehr sicher. Nur 17 Prozent fühlen sich weniger sicher. Drei Prozent gaben an, sich gar nicht sicher zu fühlen. Die Umfrage stammt aus dem November – die Bluttat in der Bogenmeile fand dabei wohl noch keinen Niederschlag in der Umfrage.

Drei Viertel der Innsbrucker sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden. 85 Prozent der Befragten befinden, dass es nicht ausreichend leistbaren Wohnraum in der Landeshauptstadt gibt. Ob die Politik in den Grundstücksmarkt eingreifen darf? 54 Prozent der Befragten sagten Ja. Bei Berufstätigen erreichte die Zustimmung sogar 60 Prozent. 39 Prozent sprachen sich gegen eine Einflussnahme der Politik aus. (mw)