Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.12.2018


Bezirk Imst

Oetzer Gemeinderat votiert einstimmig Richtung Kühtai

Die ersten Schritte für die Skischaukel ins Kühtai wurden gesetzt. Laut Dorfchef Falkner wäre Hochoetz ohne sie nicht überlebensfähig.

Einstimmig für die Erweiterung der Piste in Ochsengarten will der Gemeinderat Oetz zugleich seine Zustimmung zum Skigebietszusammenschluss zeigen.

© DornEinstimmig für die Erweiterung der Piste in Ochsengarten will der Gemeinderat Oetz zugleich seine Zustimmung zum Skigebietszusammenschluss zeigen.



Von Agnes Dorn

Oetz – Um den Zusammenschluss der beiden Skigebiete Kühtai und Hochoetz zu ermöglichen, werden noch einige Beschlüsse gefasst und zahlreiche Bewilligungen eingeholt werden müssen. Doch vor der nächsten Gemeinderatssitzung in Haiming, wo am Samstag, den 15. Dezember, um 9 Uhr über die Zustimmung zu Überspannungen und Flächeninanspruchnahme abgestimmt werden wird, erfolgte vergangenen Freitag bereits ein einstimmiger Grundsatzbeschluss des Gemeinderats Oetz zur geplanten Skischaukel.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Zustimmung der Fraktion Dorf-Ötz-Ötzermühl-Ötzerberg und Habichen zu der geplanten Pistenerweiterung auf der Grundparzelle 2741/1“ wurde sowohl der Grundstein für die geplante Abfahrt vom Balbachgebiet Richtung Ochsengarten als auch jener für die Skischaukel Hochoetz-Kühtai gelegt. „Es ist die letzte Möglichkeit, so einen Zusammenschluss zu machen. Es ist die Zeit gegeben, wo gedeckelt wird“, schwor BM Hansjörg Falkner die Gemeinderäte auf einen Nenner ein.

Kritik war zuvor von GR Süleyman Kilic (SPÖ) sowie von GR Margot Swoboda (Bürgermeisterliste) gekommen. Beide hatten generell die Notwendigkeit des Projekts in Frage gestellt. „Steht das schon dafür? Ein Wahnsinn, was da herauskommt“, zeigte sich Swoboda zu Beginn skeptisch. „Hochoetz ist langfristig laut Studien mit dem bisherigen Skigebiet nicht überlebensfähig“, verwies indes Falkner auf die, seiner Meinung nach, Notwendigkeit für eine Erschließung um weitere 30 Hektar Pistenfläche.

Auf die Frage, wie es denn mit der nötigen Infrastruktur im Ort selbst bei einem Zusammenschluss ausschaue, antwortete Touristiker Roland Haslwanter: „Wir brauchen circa 2500 bis 3000 Betten zusätzlich.“ Und Kilics Einwand, man benötige ein Gesamtkonzept für den zusätzlichen Verkehr, quittierte Falkner mit der Ankündigung, im Budget 2019 bereits einen Posten für die Planung einer Verkehrsknotenabzweigung in der Höhe von 25.000 Euro festgelegt zu haben.

Dass eine Sommernutzung angedacht sei, wie von LA Gebi Mair bei der Podiumsdiskussion in Mötz angedeutet, dementieren die Gemeindeführungen von Oetz und Haiming gleichermaßen. Fest steht, dass zu den 30 Hektar verdichteter Pistenflächen und den drei Seilbahnen mit jeweils 10 bzw. 6 Personen fassenden Kabinen zumindest ein Speichersee gebaut werden muss, dessen Standort zwar noch nicht fixiert sei, der aber zentral errichtet werden soll.

Auch eine „Station, wo sich alles trifft mit Infrastruktur“ werde es laut Falkner geben und bei der Vorbesprechung in Haiming wurde außerdem auch ein „Gebäude zur Unterbringung der Pistengeräte“ angekündigt. Falkner, der als Aufsichtsratsvorsitzender der Bergbahnen Hoch­oetz auch als deren Sprecher fungiert, kündigte bereits die Errichtung einer eigenen Gesellschaft an. Darin wären beide Seilbahngesellschaften (Hochoetz und Kühtai) vertreten. Er gehe von einem Baubeginn in fünf Jahren aus, schätzt der Dorfchef.