Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 21.12.2018


Bezirk Imst

Kühtai-Hochoetz: Pläne werden heute eingereicht

Die Projektanten stellten ihre Pläne zur Skigebietsfusion von Kühtai mit Hochoetz um bis zu 55 Millionen Euro dem Gemeinderat Silz vor.

Die Mehrheit des Silzer Gemeinderates sprach sich dafür aus, auch Gerd Estermann als Projektkritiker des Zusammenschlusses Hochoetz-Kühtai das Wort zu erteilen.

© DornDie Mehrheit des Silzer Gemeinderates sprach sich dafür aus, auch Gerd Estermann als Projektkritiker des Zusammenschlusses Hochoetz-Kühtai das Wort zu erteilen.



Von Agnes Dorn

Silz – Nachdem die Silzer Kommunalpolitiker schon in einer vorangegangenen Sitzung kurz informiert worden waren, folgte Mittwochabend die offizielle Vorstellung des Projekts. Planer Thomas Maie­r vom Büro ILF sowie Gemeindevorstand Wilhelm Mareiler, zugleich Betriebsleiter der Bergbahnen Kühtai, präsentierten ihr Aufgebot für die geplante Skigebietsehe.

Auch wenn die Zuständigen, wie der ebenfalls eingeladene Geschäftsführer der Bergbahnen, Philip Haslwanter, unisono und mehrmals betonten, dass sich das Projekt erst in einem frühen Stadium befinde, kamen doch einige Details zur Sprache, die bisher der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt waren. So wurde bereits heuer im Februar mit der Kartierung von Flora und Fauna begonnen. Diese konnte inzwischen bereits abgeschlossen werden. Nur Feinkartierungen fehlen noch, wie Maier erklärt. Außerdem wurde bereits ein möglicher Speicherseestandort lokalisiert, der aber von den Bauherren dort nicht gewünscht werde, so Maier.

Heute wird bereits das Konzept zur UVE (Umweltverträglichkeitserklärung) eingereicht. Details können noch im Lauf­e des Verfahrens abgeändert werden, wie Planer Thomas Maier beispielhaft anführt: „Es kann auch sein, dass im Laufe der UVP aus der 10er-Gondel noch eine 12er-Gondel wird.“ Beinahe vergessen zu erwähnen hatte Betriebsleiter Wilhelm Mareiler, dass bei der Bergstation Schafjoch auch die Errichtung eines Restaurants geplant ist. Dieses sei jedoch bereits im UVE-Konzept enthalten, bestätigt Maie­r. Erstmals wurde auch eine Summe für die Gesamtkosten genannt, die Mareiler mit 45 bis 55 Millionen Euro beziffer­t.

Nur ein Detail am Rande ist ein geplantes Vorsprechen von ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf. Dieser habe dem Tourismussprecher der ÖVP, LA Mario Gerber, zugesagt, noch vor der Abstimmung im Silzer Gemeinderat persönlich bei Vizebürgermeisterin Daniela Holaus vorstellig zu werden.

GR Reinhard Holaus stellte den Antrag an den Gemeinderat, mit dem im Publikum anwesenden Initiator der Bürgerinitiative „Nein zur Zerstörung der Feldringer Böden“, Gerd Estermann, auch die Gegner des Projekts zu Wort kommen zu lassen. Zumal bereits 274 Silzer dessen Petition unterzeichnet hätten.

„Weil eine ausgewogene Information gewünscht ist, stell­e ich den Antrag, nach eineinhalb Stunden für die eine Seite auch ein paar Sätz­e die andere Seite zu Wort kommen zu lassen“, so GR Holaus. Dem wurde mehrheitlich stattgegeben und Gerd Estermann kam für fünf Minuten zu Wort. „Wir haben im Vorfeld mit allen Listenführern ausgemacht, dass nur das Projekt vorgestellt wird“, rechtfertigte sich Bürgermeister Helmut Dablander nach der geäußerten Kritik.

Eine Abstimmung, wie von LA Gerber gewünscht, habe Dablander ohnehin keine machen wollen. Vorher soll es im Jänner noch eine Gemeindeversammlung „mit neutralem Forum“ zum Them­a geben. „Erst danach wird abgestimmt werden“, so BM Dablander abschließend.