Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.12.2018


Bezirk Imst

Feldringer Böden: Mehr als 10.000 haben Petition unterzeichnet

Bei der Gemeinderatssitzung in Haiming mussten Interessierte vor dem Gemeindeamt ausharren, da im Sitzungssaal zu wenig Platz war.

© Petra GablBei der Gemeinderatssitzung in Haiming mussten Interessierte vor dem Gemeindeamt ausharren, da im Sitzungssaal zu wenig Platz war.



Exakt 10.031 Personen haben bis gestern Mittag die Petition „Nein zur Zerstörung der Feldringer Böden und des Schafjoch" im Internet unterzeichnet. Diese Unterstützung sowie das Interesse auch deutscher Medien an den Entwicklungen rund um den geplanten Skigebietszusammenschluss von Hochoetz und Kühtai streicht der Sprecher der Bürgerinitiative, Gerd Estermann, hervor. Und er erkennt in den Plänen, die am 21. Dezember eingereicht wurden, „ein Projekt voller Widersprüche".

Überhaupt „ist die Information der Öffentlichkeit fast ausschließlich von unserer Bürgerinitiative ausgegangen". Dem Silzer Gemeinderat und Betriebsleiter der Bergbahnen Kühtai, Will­i Mareiler, wirft Estermann etwa vor, nicht die Wahrheit zu sagen und Pläne zu verschweigen. Konkret, dass die Vorprüfung durch die Landesregierung erst im November 2018 (und nicht schon ein Jahr früher) vorlag. Oder dass er im Gemeinderat die Erwähnung eines Restaurants am Schafjoch vergessen habe. Mareiler dazu: „Ich habe die Jahreszahlen verwechselt. Die Vorprüfung geschah im November 2017, im Frühjahr erhielten wir das Ergebnis." Das Restaurant sei wiederum kein Geheimnis.

Estermann arbeite „selbst mit Lügen", kontert der Haiminger Dorfchef Josef Leitner mit dem Verweis, dass „die Feldringer Böden gar nicht betroffen sind. Und das weiß er." Der BI-Sprecher hielt Leitner in einer Aussendung entgegen, dass es sich bei den Unterschriften „nicht um Unterstützer aus Kanada und Palermo", sondern „um besorgte Bürger aus der Region und ganz Tirol" handle. „So habe ich das nicht gesagt", betont Leitner, er habe sinngemäß gemeint, dass „Unterschriften von Norddeutschland bis Italien dabei sind".

Insgesamt sieht Estermann anlässlich des Medien- und Bürgerinteresses das „System Dorfkaiser und der Hinterzimmer- und Klientelpolitik" als „Auslaufmodell". Die gebe es nicht und habe auch nie stattgefunden, hält Leitner dagegen. (TT, pascal)




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