Letztes Update am Mi, 02.01.2019 10:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Exklusiv

84 Mio. Euro von Gastpatienten in Tirols Spitälern offen

Tirols Spitäler müssen bis zu eineinhalb Jahre auf Geld von ausländischen Patienten warten. Finanziell bleibt die Situation in den neun Tiroler Spitälern angespannt.

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© Thomas Böhm(Symbolfoto)



Innsbruck – Die Bilanz des Tiroler Gesundheitsfonds, aus dem das Tiroler Gesundheitswesen und die drei Landeskrankenhäuser sowie die sechs Bezirksspitäler finanziert werden, spricht Jahr für Jahr Bände. Vor allem die Abrechnung der in Tirol behandelten ausländischen Gastpatienten ist ein Ärgernis. Tirol ist ein Tourismusland, 2017 wurden 13.500 Bürger aus anderen Staaten in den heimischen Spitälern medizinisch versorgt. Allein 7000 kommen aus Deutschland.

Rund 42 Millionen Euro erhielten die Spitäler vor zwei Jahren aus den zwischenstaatlichen Abrechnungen. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Den Krankenanstalten werden die Abgeltungen für ausländische Patienten erst dann ausgezahlt, wenn die Anweisungen der ausländischen Sozialversicherungsträger beim Tiroler Gesundheitsfonds einlangen, wie es heißt. Die Frist beträgt eineinhalb Jahre, doch in Streitfällen kann die Überweisung schon einmal bis zu 36 Monate dauern. Deshalb waren Ende 2017 noch 92 Millionen Euro an Rechnungen offen, um 11,6 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Eine Zwischenfinanzierung durch den Gesundheitsfonds erfolgt nicht. Deshalb führt das zu erheblichen Zinsbelastungen für die Anstaltsträger, wird im Bericht des Gesundheitsfonds angemerkt. Auch heuer wieder haben sich massive Außenstände angesammelt: Mit Stichtag 28. Dezember betragen die offenen Forderungen des Gesundheitsfonds 68,2 Millionen Euro, jene der Tiroler Gebietskrankenkasse 15,9 Millionen Euro. Die meisten Patienten aus dem Ausland werden in der Innsbrucker Klinik stationär aufgenommen, danach folgen die Krankenhäuser Zams und Kufstein.

Finanziell bleibt die Situation in den neun Tiroler Spitälern angespannt: 2017 bilanzierten sie mit einem Betriebsabgang von 57 Millionen Euro, davon allein 54 Millionen bei den Tirol Kliniken. Das Ergebnis für 2018 liegt noch nicht vor, für heuer wird übrigens ein Abgangspolster von 119,3 Millionen Euro eingeplant. Wobei am Ende des Tages das tatsächliche Defizit wohl erneut weit darunter liegen wird. (pn)