Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.01.2019


Landespolitik

Leistbare Grundstücke für junge Volderer

Auf den „Postgründen“ im Westen von Volders möchte die Gemeinde jungen Bürgern den Bau von Eigenheimen ermöglichen. Das Interesse ist enorm.



Von Michael Domanig

Volders – Für die Gemeinde Volders ist es eines der ganz zentralen Zukunftsprojekte – die „Siedlungserweiterung West“ im Bereich der ehemaligen „Postgründe“. Im Oktober 2018 hat die Gemeinde die Option für den Ankauf des ca. 14.000 m² großen Areals im Westen von Volders gezogen. „Ziel ist es, jungen Volderern dort leistbare Grundstücke zur Verfügung zu stellen, so dass sie sich ein Eigenheim schaffen können“, erklärt Bürgermeister Max Harb.

Die Gemeinde kauft die bisher in Privatbesitz stehenden Flächen um 225 Euro pro Quadratmeter an, investiert in den Grundankauf also rund 3,2 Mio. Euro. Das dafür notwendige Darlehen soll dann durch die Grundstücksverkäufe wieder getilgt werden. „Erschließung und Baureifmachung kosten einiges, diese Kosten muss man natürlich umlegen“, sagt Harb, der Quadratmeterpreis für die Bevölkerung werde dennoch leistbar sein.

Angedacht seien auf dem Areal Reihenhäuser (Doppel- oder Dreifachhäuser), auch Einzelhausbebauung soll möglich sein – bei möglichst geringem Grundverbrauch. Zudem sollen leistbare Wohneinheiten entstehen.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die notwendige Änderung des örtlichen Raumordnungskonzeptes (ÖROK) beschlossen. Sobald das Land diese Änderung genehmigt hat, wird der Kaufvertrag rechtskräftig.

In einem nächsten Schritt soll von Architekten ein Grobkonzept ausgearbeitet werden, um eine „schöne und geordnete Bebauung“ des Areals zu gewährleisten, wie Harb ausführt. Dieses Konzept soll rasch ausgeschrieben werden. Die Flächen (derzeit Freiland) sollen dann nach und nach „bedarfsgerecht“ gewidmet werden, „es soll nicht alles auf einmal verbaut werden“.

Durch die Lage des Grundstücks – die B171 führt direkt im Norden daran vorbei – gilt es das Thema der Verkehrslärmbelastung zu beachten. Ein Lärmgutachten (das auch die Inntalautobahn und die Bahnstrecke einschließt) liegt vor, die Ergebnisse seien weniger dramatisch als gedacht, so Harb. Im ÖROK sind auf jeden Fall Lärmschutzeinrichtungen vorgeschrieben, wie diese aussehen werden – eine Mauer, ein Erdwall, eine Kombination –, stehe aber noch nicht fest. Die Lärmfrage – und jene der Belichtungsverhältnisse – soll im Grobkonzept für die Bebauung natürlich berücksichtigt werden.

Das Interesse der Bevölkerung ist jedenfalls enorm: Für Grundstücke und Wohneinheiten hätten sich insgesamt schon rund 120 Interessenten gemeldet, ohne dass die Gemeinde das Projekt bislang aktiv beworben habe, berichtet Harb. Die Richtlinien für die Bewerbungen seien aber erst in Ausarbeitung. Nun ist Harb erst einmal „gespannt auf die Ideen der Architekten“.