Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.01.2019


Osttirol

2350 Kilometer Fasern für schnelles Internet in Osttirol

Die Versorgung mit schnellem Internet soll die Regionen erschließen. Der Lienzer Talboden hat das Modell der Landesregierung erstmals umgesetzt.

Die Gemeinden des Planungsverbandes 36 Lienz und Umgebung arbeiten an der Glasfaserverlegung bis in die Gebäude.

© Lenzer/Stadt LienzDie Gemeinden des Planungsverbandes 36 Lienz und Umgebung arbeiten an der Glasfaserverlegung bis in die Gebäude.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Die passive Infrastruktur für die Breitbandversorgung bis in die Regionen soll in Tirol von der öffentlichen Hand errichtet und betrieben werden und in ihrem Besitz verbleiben, das sieht das Tiroler Modell vor. Die Gemeinden bzw. Gemeindeverbände errichten dazu mit finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes die Breitbandstruktur.

„Der Planungsverband 36 Lienz und Umgebung ist Vorreiter in Tirol“, berichtet Oskar Januschke, der für die Initiative mitverantwortlich zeichnet. Das gemeindeübergreifende Lichtfasernetz wird heuer fertig gestellt und verbindet die Hauptknotenpunkte, so genannte Backbones. Im Lienzer Talboden nutzen drei Internetversorgungsunternehmen (Provider) die Leitungen und werben mit unterschiedlichen Tarifen um Kunden: Tirolnet, UPC und die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB), die jeweils örtliche Unternehmen als Vertriebs- und Servicepartner gewonnen haben. „Damit finden die Bürger eine Situation vor, wie sie nur 30 Prozent der Österreicher haben: Es gibt eine Auswahl an Dienstleistern und Tarifen, die gerade in großen Städten mit Kabelnetzbetreibern leider nicht selbstverständlich ist“, sieht Januschke einen Mehrwert. „Unser Lichtfasernetz weist bereits eine Länge von 2350 Kilometern auf und verbindet 175 Ver- teilerkästen. Wir haben 29 von 30 Prozesspunkten erreicht und stehen regional vor der Fertigstellung.“ Die Gemeinden würden ihrerseits an der Verlegung bis in die Gebäude arbeiten.

Die Infrastruktur für das Internet solle europaweit als Daseinsvorsorge gelten und nicht ein marktgesteuertes System sein, meint Januschke. „Sonst provozieren wir Monopolbildungen mit den bekannten Folgen: Preisdiktate und schleppender bis fehlender Ausbau in den ländlichen Regionen, die den Datenanschluss dringend brauchen.“

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