Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.01.2019


Innsbruck-Land

Traglufthalle in Hall knickt ein: Fischer lässt prüfen

Die Ursache für den folgenschweren Zwischenfall ist derzeit noch unklar, Soziallandesrätin Fischer will aber die Verantwortung rigoros klären. Unterdessen wird ein neuer Geschäftsführer für die TSD gesucht.

Technische Sachverständige untersuchen derzeit die Ursache für das Zusammensacken der Traglufthalle.

© ZOOM.TIROLTechnische Sachverständige untersuchen derzeit die Ursache für das Zusammensacken der Traglufthalle.



Von Peter Nindler

Innsbruck, Hall – Sie sollte als Notquartier im Krisenfall dienen, doch Montagnachmittag sackte in Hall die Traglufthalle der Flüchtlingsgesellschaft Tiroler Soziale Dienste/TSD in sich zusammen. Warum, das steht noch nicht fest. Die zuständige Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) setzte noch am Montag die ersten Schritte. Die leerstehende Halle wird abgebaut, gleichzeitig wurde ein technischer Sachverständiger mit der Untersuchung betraut. Die erste Vermutung, dass das Notstromaggregat für das Gebläse mangels Treibstoff versagt haben könnte, bestätigte sich nicht. „Derzeit wird noch geprüft, aber ich bin vorerst einmal froh, dass keine Schlamperei verantwortlich war“, sagt Fischer.

Technischer Defekt, Schneelast, eine vom Sturm verursachte Delle am Hallendach, die zu einer Verkettung von mehreren unglücklichen Umständen geführt hat – alles ist möglich. „Wir werden alles ermitteln und auch die Verantwortlichkeiten klären. Der Bericht wird so rasch wie möglich vorliegen“, kündigt Fischer an. Gott sei Dank seien keine Asylwerber dort untergebracht gewesen. Zum Einsatz im Katastrophenfall ist die Halle nie gekommen, sie stand seit gut zwei Jahren leer. „Sollte ein größerer Notfall eintreten, werden wir andere Unterbringungsmöglichkeiten bereitstellen, die sicher sind“, betont Fischer. Für sie steht jedenfalls fest: In diese Halle sollte niemand mehr einen Fuß setzen, deshalb wird sie abgebaut.

Und wie beurteilt Fischer die neuerliche Aufregung rund um die TSD? „Die Ursache für den Einsturz der Traglufthalle muss geklärt werden, die Situation in der TSD ist jedoch eine andere. Das will ich nicht vermischen.“ Dass sich dort rasch etwas ändern müsse, ist für sie unbestritten. Deshalb wird jetzt die Nachfolge von Ex-Geschäftsführer Harald Bachmeier ausgeschrieben. „Natürlich war die Situation zuletzt unbefriedigend. Von der neuen Geschäftsführung erwarte ich mir aber die Umsetzung des von der Landesregierung beschlossenen Umstrukturierungskonzepts. Außerdem müssen die vom Rechnungshof beanstandeten Mängel rasch beseitigt werden.“ Sie selbst verwendet den Begriff von der Stunde Null.

Die Sicherheitsdebatte nach den beiden Gewalttaten in der Flüchtlingsunterkunft in der Innsbrucker Reichenau und in Längenfeld will sie nicht auf ein Versagen des Sicherheitskonzepts zurückführen. „Wir nehmen Sicherheit in den Heimen sehr ernst, dazu gehört für mich außerdem die notwendige Gewaltprävention.“

Gemeinsam mit dem Stadtpolizeikommando Innsbruck wurde nämlich das Sicherheitskonzept für die Flüchtlingseinrichtungen und die Notschlafstellen erarbeitet. Und das schon vor Wochen. In einem Schreiben an das Land hieß es dann Mitte November vom zuständigen Stadtpolizeikommando, dass seitens der SPK Innsbruck positiv Stellung genommen werde, weil die vereinbarten Punkte eingearbeitet werden konnten und somit die erforderliche Sicherheit in den betreffenden Einrichtungen auch weiterhin gewährleistet sein werde.