Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.01.2019


Innsbruck-Land

Neues Modell für die Pflege angedacht

Stadt, Land und Tirol Kliniken prüfen, ob die künftig frei werdenden Räume im alten Hauptgebäude des LKH Hall für Übergangspflege genützt werden könnten.

Im „Haus 10“ des LKH Hall (Bild) werden durch das neue Hauptgebäude Räume frei – diese könnten für Übergangspflege genützt werden.

© DomanigIm „Haus 10“ des LKH Hall (Bild) werden durch das neue Hauptgebäude Räume frei – diese könnten für Übergangspflege genützt werden.



Von Michael Domanig

Hall – Das Thema Pflege beschäftigt die Politik auf allen Ebenen – auch in Hall setzt man sich intensiv mit dieser zentralen Zukunftsfrage auseinander. So soll das „Haus am Stiftsgarten“, eines der städtischen Wohn- und Pflegeheime, renoviert werden – „mit dem Ziel, den Raum optimal zu nutzen und eine Tagesbetreuung einzurichten“, so Bürgermeisterin Eva Posch. Für die Planung sind heuer 100.000 Euro budgetiert.

Doch wie Posch beim städtischen Neujahrsempfang berichtete, sind auch bei der Übergangspflege – also der Betreuung von (meist älteren) Krankenhauspatienten von der Entlassung bis zur Rückkehr in die eigene Wohnung – Neuerungen angedacht. Derzeit erfolge die Übergangspflege in den Heimen, sagt Posch, und zwar in den Kurzzeitpflegebetten. Somit stünden Letztere momentan nicht für den Zweck zur Verfügung, für den sie eigentlich gedacht wären – nämlich dafür, pflegebedürftige Angehörige, die ansonsten zu Hause betreut werden, für einige Tage in den Heimen aufzunehmen.

Hier werde es auf jeden Fall eine Lösung auf Bezirksebene brauchen, betont Posch. Konkret sei sie mit den Bürgermeisterkollegen aus dem Bezirk Innsbruck-Land, den Tirol Kliniken und dem Land im Gespräch darüber, ob eventuell die frei werdenden Räume im bisherigen Hauptgebäude des Landeskrankenhauses Hall (Haus 10) für die Übergangspflege genützt werden könnten. Wie berichtet, entsteht derzeit ja nördlich der Milser Straße um ca. 70,5 Mio. Euro ein neues Hauptgebäude, in dem alle chirurgischen Fächer, die Geburtenstation und der OP-Trakt Platz finden werden. Das „Haus 14“ soll 2020 in Betrieb gehen. „Diese mögliche Variante muss nun genau untersucht und geprüft werden“, schließt Posch.

Stefan Deflorian, Kaufmännischer Geschäftsführer der Tirol Kliniken, bestätigt die laufenden Gespräche. „Wir sehen das grundsätzlich positiv“, sagt er. Übergangspflege möglichst nahe am Krankenhaus sei schon wegen der Behandlungskontinuität sinnvoll. „Und es wäre ein ganz ähnliches Modell wie etwa am Bezirkskrankenhaus Schwaz“ – wo die Übergangspflege direkt an das Krankenhaus angebunden ist. Betreiber ist dort die private SeneCura-Gruppe. „Ob wir es bei uns auch mit einem alternativen Betreiber umsetzen würden, ist noch nicht fix“, sagt Deflorian.

Im Moment sei man „am Rechnen“, Entscheidungen gebe es noch keine – sehr wohl aber Interesse. „Wobei noch einiger Weg vor uns liegt: Das Ganze muss bei uns durch die Gremien, das Land muss zustimmen, ebenso die Gemeinden des Bezirks – auch was die Finanzierung des Betriebes angeht“, erklärt Deflorian.