Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.01.2019


Bezirk Imst

BH wartet auf das Gletscher-Projekt

Die Imster Bezirkshauptmannschaft hat den Pitztaler Gletscherbahnen einen Katalog der beizubringenden Unterlagen zukommen lassen. Skiwegsperre und Preise sorgen unterdessen für Verärgerung bei Gästen.

90 Prozent der Pisten am Gletscher und am Rifflsee stehen zur Verfügung, rechtfertigen die Gletscherbahnen die Kartenpreise.

© Pitztaler Gletscherbahnen90 Prozent der Pisten am Gletscher und am Rifflsee stehen zur Verfügung, rechtfertigen die Gletscherbahnen die Kartenpreise.



Von Alexander Paschinger

St. Leonhard i. P. – Der behördlich gesperrte Skiweg am Brunnenkogel beschäftigt nach wie vor sowohl Behörden als auch Betreiber, Touristiker und Gäste. Wie berichtet, ist für die nachträgliche naturschutzrechtliche Bewilligung keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, aber so schnell scheint es trotzdem nicht zu gehen. „Wir haben die Pitztaler Gletscherbahnen vor Weihnachten angeschrieben und erklärt, was wir alles für das Verfahren brauchen“, erklärt der Imster Bezirkshauptmann Raimund Waldner. Und: „Sie sind noch beim Erstellen des Projektes, wurde uns mitgeteilt. Sobald wir das haben, werden wir das Verfahren angehen.“

Erwartet werden nicht nur die Unterlagen zu dem, was „bereits alles gemacht worden ist, sondern auch, was noch dazu geplant ist“, so Waldner. „Das wird nachgereicht“, heißt es seitens der Pitztaler Gletscherbahnen gegenüber der TT. Es gehe nun darum, möglichst bald den Skiweg am Brunnenkogel, der zur „Königspiste“ des Gletschers führt, freigeben zu können.

Daneben läuft freilich noch ein zweites Gesamtkonzept, an dem aber noch gearbeitet wird. Reinhold Streng, der Betriebsleiter der Gletscherbahnen, hatte bei der Vollversammlung des TVB Pitztal dieses Vorhaben bereits angesprochen. Denn vom Gletscherrückgang ist nicht nur der gesperrte Skiweg betroffen, was ja der angegebene Grund für die nicht genehmigten Arbeiten war. Binnen fünf Jahren soll im Rahmen eines Gesamtkonzeptes das ganze Gletscherskigebiet unter die Lupe genommen und Arbeiten aufgezeigt werden.

Unterdessen haben sowohl die Gletscherbahnen als auch der TVB mit Beschwerden zu tun. Für Aufregung sorgt jüngst etwa das Schreiben einer deutschen Familie, die Weihnachten und Silvester im Pitztal verbracht hat. Die Stammgäste fühlen sich dem Tal sehr verbunden – immerhin hatte das Ehepaar gerade erst im vergangenen September in St. Leonhard geheiratet. Was sie jedoch besonders ärgerte, das waren die Preise für die Skipässe: Während nämlich in der Vorsaison noch ein Rabatt wegen des gesperrten Skiweges gewährt wurde, waren nun die vollen Preise zu bezahlen.

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Der Geschäftsführer des TVB Pitztal, Gerhard Gstettner, antwortete den deutschen Gästen in einer Mail und bedankte sich für deren Treue. Den Pitztaler Gletscherbahnen rät er in diesem Fall jedenfalls zu Kulanz, auch wenn die allgemeinen Geschäftsbedingungen dem Bahnbetreiber Recht geben würden. Diese Kulanz versichert auch der Marketing-Büroleiter der Gletscherbahnen, Bruno Füruter, auch wenn 35 der 39 Kilometer Pisten im Bereich Gletscher und Rifflsee einwandfrei zur Verfügung stehen würden. „Außerdem ist mit diesem Skipass auch das Skifahren am Hochzeiger möglich.“ Man sei aber mit der Familie bereits in Kontakt getreten und habe auch Freikarten gewissermaßen als Trostpflaster angeboten.