Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.01.2019


Bezirk Schwaz

Nach Brand: Land zahlt 3 Mio. Euro für Altenheim-Containerlösung

Im Sommer sollen die Bewohner des brandbeschädigten St.-Josef-Heims in Schwaz für drei Jahre in ein Containerdorf ziehen.

Nach dem großen Dachbrand wird das Altenheim bis zum Sommer abgerissen.

© TTNach dem großen Dachbrand wird das Altenheim bis zum Sommer abgerissen.



Von Angela Dähling

Schwaz – Es sei ein Wunder, sagt Bürgermeister Hans Lintner – bekannt auch als Meister der Inszenierung. Das zweite Wunder nach der Rettung aller Bewohner aus dem Schwazer Altenheim Weidachhof/St. Josef Ende November. Das Schwazer Stadtoberhaupt hatte Dienstagabend kurzfristig ins SZentrum geladen, um den Angehörigen der Altenheimbewohner und die Presse über die Übergangslösung bis zum Neubau des Heimes zu informieren. Und zu erklären, dass er soeben die Zusage von Landeshauptmann Günther Platter erhalten habe, dass das Land hierbei die kompletten Kosten von 3 Mio. Euro für das geplante Containerdorf übernehme. Ein wundersamer Geldsegen für die Stadt und die Barmherzigen Schwestern Zams, die diese Ausgaben nicht hätten stemmen können.

Im SZentrum stellten BM Lintner und Stadtbaumeister Gernot Kirchmair die Containerdorf-Lösung vor.
Im SZentrum stellten BM Lintner und Stadtbaumeister Gernot Kirchmair die Containerdorf-Lösung vor.
- Dähling

Stadtbaumeister Gernot Kirchmair und der Jenbacher Baumeister Anton Kurz sind seit dem Brand damit beschäftigt gewesen, rasch eine Lösung zu finden, damit die jetzt im freien Stockwerk des Altenheims in Innsbruck-Pradl residierenden 37 Schwazer Senioren schnellstmöglich zurück in die Silberstadt kommen können. „Weil das soziale Umfeld entscheidend für die Lebensqualität ist“, erklärte BM Lintner. Noch entscheidender dürfte das Pflegepersonal gewesen sein, das aufgrund der Arbeitsplatzverlegung nach Innsbruck abzuwandern drohte. Man habe befürchten müssen, ohne Personal das Weidachhof-Heim komplett zu verlieren, sagte Lintner.

Bis zum Sommer soll daher basierend auf den guten Erfahrungen beim Umbau des Jenbacher Seniorenheims ein Containerdorf im riesigen Garten des Schwazer Heimareals errichtet werden. Und zwar auf Mietbasis für drei Jahre. Bis dahin soll der Neubau nebenan dann fertig sein.

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- Dähling

„Wir haben den Container-Markt evaluiert und dabei eine Unterländer Firma gefunden. Sie hatte für ein Salzburger Altenheim Container ausgestattet, die seit zwei Jahren auf einer Containerhalde stehen“, erklärt Stadtbaumeister Kirchmair. Gereinigt und adaptiert werden sie auf 5500 m² Grund eine Bruttogeschoßfläche von 2600 m² bieten: 40 bis 45 barrierefreie Zimmer samt Nebenräumen und großem Innenhof. Eine Küche wird es nicht geben, das Essen wird aus Hall geliefert, wie Heimleiterin Evelyn Schöftner ergänzte. Aushub, Fundamente Frostkoffer, ein Heizsystem, das im Sommer kühlt, diverse Anschlüsse, ein Brandschutzsystem (für Altenheime gelten erhöhte Auflagen), ein großes Dach (damit die Container nicht aufheizen) und auch der Rückbau koste neben der Miete Geld, erklärt Kirchmair den 3-Mio.-Euro-Betrag.

Laut Bernhard Guggenbichler, Geschäftsführer der Sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern Zams, sei der Brandschaden durch die Versicherung gedeckt. Den betroffenen Bewohnern ersetze die Versicherung den Zeitwert vom privaten Besitz, der vom Feuer beschädigt wurde. „Das ist mitunter zu wenig, aber wir kommen für den Rest auf. Den Bewohnern entstehen keine Kosten“, betont Guggenbichler. Auch Spenden wie kürzlich 5000 € vom Schwazer Lionsclub werden dafür verwendet.

Die Pläne zeigen das Gesamtprojekt.
Die Pläne zeigen das Gesamtprojekt.
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