Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


AK-Wahlen in Tirol

FSG fordert: „Zur Arbeit pendeln soll kostenlos sein“

Bis 7. Februar laufen die AK-Wahlen. Die FSG rechnet mit einem Gewinn und setzt ihre Schwerpunkte bei den Themen Verkehr, Wohnen und Bildung.

Kammervorstand Bernhard Höfler und FSG-Spitzenkandidat Stephan Bertel (r.) machten auf ihrer Wahlkampftour Halt in Kundl.

© HrdinaKammervorstand Bernhard Höfler und FSG-Spitzenkandidat Stephan Bertel (r.) machten auf ihrer Wahlkampftour Halt in Kundl.



Kundl — Die ersten Wahlkuverts sind bereits in den Postkästen der Arbeitskammermitglieder gelandet, die Kandidaten touren derweil auf Stimmenfang durch Tirol.

Bis 7. Februar haben die Wähler noch Zeit, ihre Kreuzerl zu machen — die Fraktion Sozialdemokratischer GewerschafterInnen (FSG) blickt dem Entscheidungstag optimistisch entgegen. Auf Zahlen will sich FSG-Tirol-Vorsitzender und Spitzenkandidat Stephan Bertel bei seinem Bezirksbesuch nicht festlegen, aber „wir gehen davon aus, dass ein Plus vorne steht“.

Derzeit stellt die Fraktion 13 der 70 Kammerräte. Die Liste von AK-Präsident Erwin Zangerl (AAB-FCG) schickte bisher 48 Mandatare zur Vollversammlung — für Bertel ein „Kampf zwischen David und Goliath“. Überzeugen will die rote Gewerkschaft mit ihren „Visionen“. Eine davon betrifft den täglichen Weg zur Arbeit: Mit kostenlosen Fahrten im öffentlichen Verkehrsnetz sollen Pendler entlastet werden — Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes vorausgesetzt. Für die Finanzierung liegt zwar noch kein Konzept vor, Betroffene könnten etwa über eine Steuerentlastung begünstigt werden, meint FSG-AK-Kammervorstand Bernhard Höfler.

Das Maßnahmenpaket der Regierung zur Bildung und Digitalisierung begrüße man, derzeit seien die Subventionen zur Fortbildung jedoch mit 1300 Euro pro Person gedeckelt. Denselben Betrag solle die Wirtschaftskammer drauflegen, so Höfler: „Es ist die Aufgabe der Wirtschaftskammer, dass Arbeitsplätze visionär gestaltet sind und die Menschen zukunftsfit werden. Das wäre ein toller Punkt, wo sich der neue Präsident Christoph Walser gleich anschließen könnte.“

Auch beim Wohnen sieht die FSG Handlungsbedarf: Es könne nicht sein, dass es zwei Arbeitnehmer braucht, um Wohnraum überhaupt finanzieren zu können, fordert Bertel einen noch stärkeren Fokus auf gemeinnützige Wohnbauprojekte. Der Fraktion schwebt außerdem vor, in einer Partnerschaft mit Banken Familien einen zinsenlosen Kredit von bis zu 10.000 Euro gewähren zu können.

Erstmals treten heuer die Freiheitlichen zur AK-Wahl an und schicken mit Andreas Gang, Thomas Lorenz, Christopher Lentsch, Markus Luger und Hannes Margreiter fünf Kandidaten aus dem Bezirk ins Rennen. Kommuniziert wird weniger inhaltlich, als vielmehr scharf gegen Zangerl geschossen: Dieser greife die Bundesregierung immer wieder an und betreibe Spaltung, schimpft Gang in einer Aussendung und bezeichnet Zangerl als „eines AK-Präsidenten nicht würdig“. (jazz)