Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Landespolitik

Ein Klimaschutzjahr soll es richten

Liste Fritz will Landtagsparteien für einen Dringlichkeitsantrag erwärmen.



"Mission 2030" nennt der Bund seine Klimastrategie, "Tirol 2050" heißt das, was hierzulande die Energieautonomie sicherstellen soll. Und doch will die Liste Fritz das kommende Jahr 2020 in Tirol zum „Klimaschutzjahr" ausrufen lassen.

Wie Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider und Landtagsabgeordneter Markus Sint versicherten, will man damit weder das eine noch das andere ersetzen oder gar konterkarieren. Vielmehr soll es eine Ergänzung sein. Denn um den Klimawandel und dessen Folgen auch jedem Einzelnen zu vergegenwärtigen, so die beiden Politiker, bedürfe es einer zusätzlichen Sensibilisierungs- und Mobilisierungsschiene. Ein Klimaschutzjahr könne hier helfen. Die Liste Fritz zieht hier einen Vergleich zum laufenden Kaiser-Maximilian-Gedenkjahr. Dieses schlägt mit über fünf Millionen Euro im Land zu Buche. Eben solche Summen sollte das Land 2020 auch für das Klimajahr reservieren, lautet die Forderung, die im kommenden Februar-Landtag als Dringlichkeitsantrag eingebracht werden soll. Ein Antrag, der laut Sint auch zum Allparteienantrag mutieren könnte: „Der Klimawandel ist keine parteipolitische Aufgabe."

Konkrete Maßnahmen und Projekte für dieses Schutzjahr präsentierte die Liste Fritz gestern keine. Vielmehr sollen selbige bis zur Jahresmitte vorliegen. Und zwar mittels eines offenen Bürgerdialogs, ähnlich jenem zur Erstellung des „Lebensraums Tirol", fordert Sint: „Tirol wird den Klimawandel nicht stoppen können — wir müssen aber damit umgehen können." Die Zunahme an Wetterextremen in Kombination mit einem beengten Siedlungsraum sei eine Herausforderung, so Haselwanter-Schneider. (mami)