Letztes Update am Sa, 19.01.2019 08:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Fernpass und Co.: Kontrollnetz für Schwerverkehr soll noch dichter sein

Das Land sagt dem Transit weiter den Kampf an. Die Polizei will ab Februar vor allem auf der Fernpassstrecke den Schwerverkehr kontrollieren.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Über 2,4 Millionen Transit-Lkw fuhren 2018 über den Brenner. Und auch auf dem niederrangigen Netz der Landesstraßen tummelt es sich nur so von Schwerfahrzeugen. Die Stauzone entlang der Fernpassroute hat sich schon vor geraumer Zeit von den samstäglichen Urlauberschichtwechseln emanzipiert. An Spitzentagen verkehren hier rund 1300 Lkw.

Demgegenüber stehen die Verordnungen und Verbote, mit denen das Land versucht, die Schwerverkehrslawine in den Griff zu bekommen. Denn eindämmen konnte man sie bis dato nicht. Im Gegenteil. Umso mehr wird am Hebel der Aufrechterhaltung von Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss gezogen.

Land und Polizei präsentierten deshalb gestern ein neues Kontrollpaket sowie die darin enthaltenen Kontrollschwerpunkte für das noch junge Jahr. LH Günther Platter will selbiges zumindest als Signal an die Bevölkerung verstanden wissen, dass alle Hebel in Bewegung gesetzt würden, um die Sicherheit im Verkehr auch künftig zu gewährleisten.

Eben dieser Hebel ist eine Intensivierung der polizeilichen Schwerverkehrskontrollen quer übers Land. Hierzu gibt es auch infrastrukturelle Maßnahmen, wie LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) erklärt. Als da wäre der Ankauf von sechs Radlastwaagen für die mobile Kontrolle sowie eines Containers für den Kontrollplatz Nassereith. Zudem wird ab Herbst auf der Fernpassstraße in Fahrtrichtung Süden bei der Kontrollstelle Musau ein Dosiersystem (150.000 €) installiert und in Betrieb genommen. Es soll die Kolonnenbildung von Lkw auf dieser Transitroute reduzieren helfen.

Wie Landespolizeidirektor Helmut Tomac und der Leiter der Verkehrsabteilung des Landes, Markus Widmann, ausführten, wird zudem eine Schwerverkehrskontrollgruppe Reutte/Imst mit 1. Februar neu eingerichtet. Verstärkt um sechs Beamte, soll diese an 365 Tagen im Jahr am Fernpass kontrollierend tätig sein. Auf die Frage, ob mehr Kontrollen auch mehr Personal benötigen, wollte sich Tomac gestern nicht einlassen. Viel wichtiger sei Qualität und Kontinuität der Kontrollen.

Dass selbige zweckmäßig sind, verdeutlichte Widmann. Anlässlich des neuen Samstagfahrverbotes habe man heuer 200 Lkw zurückschicken und 100 Fahrer bestrafen müssen. Rund 1300 Lkw hätten 2018 das Nachtfahrverbot ignoriert. 2019 habe man daher auch verstärkt Klein-Lkw, Gefahrguttransporte, Überholverbote auf den Autobahnen sowie Lenk- und Ruhezeitbestimmungen im Visier.

Kontrollschwerpunkte der Polizei Tirol

• Einrichtung einer Schwerverkehrskontrollgruppe Reutte/Imst mit 1. Februar 2019 zur Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen auf der Fernpassstrecke, täglich mehrstündige Einsätze auf der B179, primär Kontrollstelle Musau und Kontrollpunkt Nassereith, aber auch auf der B 189, Unterstützung durch Landesverkehrsabteilung, Prüfzug, Techniker)

• Dosierung des Schwerverkehrs auf der A12 in Kufstein-Nord an gezielt an festgelegten Tagen, an denen infolge Verkehrsüberlastungen die Verkehrs- und Versorgungssicherheit innerhalb Tirols gefährdet sind (17 Dosiertage im 1. Halbjahr 2019)

• Kontrolle der Einhaltung von Sonderfahrverboten an Reise-Samstagen im Winter und Sommer auf der A12 und A13 (Jänner/Februar/März bzw. Juli/August)

• Gemeinsame Einsätze mit der Finanzpolizei zur Aufdeckung von Fällen des Sozial- und Lohndumpings (120 Einsatztage, in allen Bezirken Tirols)

• Gemeinsame Kontrolleinsätze mit dem Technischen Prüfzug der Asfinag (mind. 114 Einsatztage) und den Technikern der Landes (mind.170 Einsatztage)

• Verstärkte Einsätze auf den sechs Verkehrskontrollplätzen Tirols; Überwachung der Einhaltung zahlreicher Spezialbestimmungen (Brenner / Radfeld / Kundl / Musau / Nauders / Leisach)

• Sonderschwerpunkt Klein-LKW auf Autobahnen und Landesstraßen (konzentrierte Einsätze plus täglicher Streifendienst)

• Sondereinsätze zu den Sektoralen Fahrverbot auf Landesstraßen (täglich)

• Schwerpunktkontrollen Gefahrgutverkehr (täglich)

• Überwachungsschwerpunkte zu

- LKW Überholverbote auf der A12 und A13

- Einhaltung der Nachtfahrgeschwindigkeit auf A12 und A13

- Einhaltung der Lenk- und Ruhezeitbestimmungen/EU-Sozialvorschriften

- Verbringung der Wochenruhe außerhalb von LKW (konzentrierte Einsätze plus täglicher Streifendienst)