Letztes Update am Mo, 04.02.2019 11:56

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Straßenbahn-Linien

Innsbrucker Tram-Misere: Schwarzl sieht stetige Verbesserung

In einer Aussendung verspricht Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) rasch „möglichst alle Hindernisse“ für die Linien 2 und 5 aus dem Weg räumen zu wollen. Der Ärger der Fahrgäste sei berechtigt, aber die Situation entspanne sich langsam.

Innsbrucks Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) ist aufgrund der Probleme rund um die neuen Straßenbahnlinien scharfer Kritik ausgesetzt.

© Thomas BöhmInnsbrucks Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) ist aufgrund der Probleme rund um die neuen Straßenbahnlinien scharfer Kritik ausgesetzt.



Innsbruck — Knapp zehn Tage nach dem Start der neuen Straßenbahnlinien 2 und 5 in Innsbruck ist die Geduld vieler Öffi-Nutzer zum Zerreißen gespannt. Der Druck auf die Verantwortlichen steigt, die Situation zu entschärfen.

In einer Aussendung versucht Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) zu beschwichtigen und spricht zugleich von „berechtigtem Ärger" der IVB-Kunden. Die Tram-Misere zeige „wie wichtig der Öffentliche Verkehr für das reibungslose Funktionieren unserer Stadt ist", so Schwarzl am Montag. „In den vergangenen Tagen wurde daher pausenlos an der Fehlersuche und -behebung gearbeitet."

"Alle teilen den Wunsch, dass alles optimal läuft"

Schwarzl konstatiert eine stetige Verbesserung der Situation in den letzten Tagen. Die IVB würden mittlerweile von weniger verspäteten Fahrzeugen berichten. Auch „Rückmeldungen aus der Bevölkerung" und eigene Tram-Fahrten würden bestätigen, dass „sich die Situation langsam entspannt". Viele Straßenbahnfahrer und Fahrgäste hätten sich mit der Situation arrangiert, meint Schwarzl. „Aber alle teilen den Wunsch, dass bald alles optimal läuft", erneuert sie ihren Wunsch nach einer kompletten Normalisierung binnen der laufenden Woche.

Die Anfangsschwierigkeiten im Echtzeitbetrieb hätten gezeigt, wo verkehrspolitische Maßnahmen zu setzen seien, „damit möglichst alle Hindernisse für die Straßenbahnen aus dem Weg geräumt werden". IVB und städtisches Verkehrsmanagement hätten Verbesserungsarbeiten bei den Ampelanmeldungen vorgenommen. „Das Ziel Sofort-Grün für Öffis an Kreuzungen muss zügig vorangetrieben werden und andere Störfaktoren — oftmals Kleinigkeiten — die zu massiven Verspätungen der Straßenbahn führen können, müssen beseitigt werden", erklärt Schwarzl.

Schwarzl nennt konkrete Problemstellen

Am Donnerstag etwa sei gleich zwei Mal an genau derselben Stelle in der Defreggerstraße die Schiene von einem zu weit in die Straße parkenden Fahrzeug verstellt worden. Und auch vor der Endhaltestelle Technik-West komme es immer wieder zu Schwierigkeiten mit schräg parkenden, zu weit in die Schienen ragenden Autos — meist Lieferwagen. „Kurzfristig können wir hier nur an die Autofahrer appellieren. Längerfristig werden wir an wiederholten Problemstellen aus Schrägparkplätzen auch Längsparkplätze machen", so Schwarzl.

An einigen Kreuzungen habe der Öffentliche Verkehr zwar Vorrang, jedoch würden zum Teil wartende Linksabbieger die Trams blockieren. Konkrete Problemstellen etwa seien die Bereiche zwischen Museumstraße — Brunecker Straße — Ingenieur-Etzel-Straße und im Bereich Unikreuzung — Innrain — Marktgraben. „Ich habe den Auftrag erteilt, für diese Bereiche so rasch wie möglich verkehrliche und möglicherweise auch bauliche Maßnahmen zu planen und in die Wege zu leiten — was eigentlich bereits in den Vorjahren hätte erfolgen sollen", so Schwarzl abschließend. (TT.com)