Letztes Update am Di, 05.02.2019 17:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landesregierung

Nacht-60er für Lkw auf Inntalautobahn bleibt

Die 60-km/h-Beschränkung für schwere Lkw in der Nacht soll auf 70 km/h angehoben werden. Ausgenommen sind Strecken, auf denen explizit 60 km/h verordnet wurden – beispielsweise Brenner- und Inntalautobahn.

LKW-Stau auf der Brenner-Autobahn.

© APA/PucherLKW-Stau auf der Brenner-Autobahn.



Innsbruck – Noch Anfang Sommer soll die 60-km/h-Beschränkung für schwere Lkw in der Nacht auf 70 km/h angehoben werden. Eine entsprechende Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) wird derzeit im Verkehrsministerium vorbereitet. Damit soll die Dauer der Geschwindigkeitsbegrenzung um eine Stunde verlängert werden – nämlich von 22 bis 6 Uhr statt wie bisher bis 5 Uhr, hieß es in einer Aussendung.

„Für Lastkraftwagenfahrer, die in der Nacht unterwegs sein müssen, ist die Anhebung um zehn km/h eine Erleichterung in ihrer Berufsausübung“, meinte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Laut seiner Sprecherin soll die Novelle, die Lkw über 7,5 Tonnen betrifft, bereits Anfang Sommer in Kraft treten.

Die Strecken, auf denen explizit 60 km/h verordnet wurden, sollen jedoch weiter bestehen bleiben, betonte Verkehrsminister Hofer. Dies wären beispielsweise Brennerautobahn (A13), Inntalautobahn (A12) und Rheintalautobahn (A14) sowie die Südosttangente (A23). In diesem Bereich ist das Transitverkehrsaufkommen deutlich höher als auf anderen Autobahnen, weshalb aus Verkehrssicherheitsgründen eine Anhebung nicht ratsam wäre, hieß es in der Aussendung.

Zustimmung für die Novelle gibt es von der Verkehrswirtschaft. „Die Geschwindigkeitserhöhung ist eine richtungsweisende Entscheidung, die nicht nur der Verkehrswirtschaft Vorteile bringt. Erwiesenermaßen wirkt sich eine geringere Geschwindigkeitsdifferenz zum Pkw auch positiv auf die Verkehrssicherheit aus. Zudem ist das konstante Fahren mit 70 km/h umweltfreundlicher und bringt keine Verschlechterung beim Lärmschutz“, meinte Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Er erneuerte zugleich die Forderung der Branche, dass auf Österreichs Autobahnen generell Tempo 80 für Lkw zugelassen werden soll.

Erleichterung über Einlenken in Tirol

„Der Druck, den wir in den letzten Tagen und Wochen für die Beibehaltung des Lkw Nacht-60ers in Tirol aufgebaut haben, hat Wirkung gezeigt. Das Tempolimit auf der Brenner- und auf der Inntalautobahn wird entgegen diverser Überlegungen nicht angehoben“, zeigt sich VP-Verkehrssprecher Florian Riedl in einer Aussendung erfreut. Riedl und der Grünen-Verkehrssprecher Michael Mingler hatten eine entsprechende Resolution an die Beundesregierung für den kommenden Landtag angekündigt.

„Eine Erhöhung des Tempolimits für Lkw in den Nachtstunden wäre allen Bemühungen zuwidergelaufen, die Attraktivität Tirols als Transitland für den europäischen Schwerverkehr zu reduzieren. Auch die Lärmbelastung für die Anrainerinnen und Anrainer entlang der Hauptverkehrsachsen wäre durch die höheren Rollgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten deutlich angestiegen. Es ist gut, dass Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer die besondere Tiroler Situation beim Transitverkehr berücksichtigt und von einer Erhöhung des Tempolimits in den Nachtstunden Abstand genommen hat“, so Riedl. (TT.com, APA)