Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.02.2019


Bezirk Kitzbühel

Reither sollen die Zukunft des Dorfes mitgestalten

In der kommenden Woche beginnt ein Dorferneuerungsprozess in Reith. Dabei sind vor allem die Bewohner stark gefordert.

Reith startet einen Prozess, der die Zukunft des Ortes prägen soll. Die Bevölkerung soll sich daran beteiligen.

© Harald AngererReith startet einen Prozess, der die Zukunft des Ortes prägen soll. Die Bevölkerung soll sich daran beteiligen.



Von Harald Angerer

Reith b. K. – Wie soll Reith in Zukunft aussehen und wohin soll sich der Ort entwickeln? Diese Fragen stellt die Gemeinde nun ihren Bürgern. Dazu wird in den kommenden Tagen ein großangelegter Dorferneuerungsprozess mit Bürgerbeteiligung gestartet. Begleitet wird die Gemeinde dabei von der „GemNova“.

„Wir beginnen zuerst mit einem Fragebogen, denn wir wollen wissen, was den Rei­thern besonders wichtig ist“, sagt Bürgermeister Stefan Jöchl. Dieser Fragebogen wird Ende der kommenden Woche an alle Wahlberechtigten in Reith verschickt, zudem gibt es die Möglichkeit, den Fragebogen auch online auszufüllen. Insgesamt sind es 15 Themenbereiche, die abgefragt werden. „Wir wollen fürs Erste wissen, welche Punkte den Reithern ein besonderes Anliegen sind“, unterstreicht auch Magnus Gratl von der GemNova. Die Themen reichen vom Dorfleben über die Nahversorgung bis hin zu Raumordnung und Familie. Bis 31. März sollen die Reither die ausgefüllten Fragebögen abgeben.

Die Mitglieder der Steuerungsgruppe und die Vertreter der GemNova bei der Präsentation.
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe und die Vertreter der GemNova bei der Präsentation.
- Harald Angerer

Auf Seiten der Gemeinde hat man eine eigene Steuerungsgruppe gegründet. „Wir sind sozusagen das Bindeglied“, so Jöchl. Anfang April werden die Ergebnisse der Befragung im Rahmen eines Dorfabends präsentiert, wo auch gleich an den Inhalten gearbeitet wird. Danach wird ein Bürgerrat gegründet, dieser soll aus etwa 15 Mitgliedern bestehen. Sie werden per Zufallsprinzip ausgewählt und eingeladen mitzugestalten. „Wir erhoffen uns dadurch neue Impulse, weil da auch Personen dabei sein werden, zu denen wir sonst vielleicht wenig Zugang haben“, sagt der Bürgermeister. Dazu kommen noch Arbeitskreise zu den fünf bis sieben wichtigsten Themenblöcken. Hier werden die Mitglieder ernannt.

Der ganze Prozess soll völlig transparent ablaufen, dazu wird auch die Internet-Seite www.mehr-reith.eu eingerichtet. Dort kann der ganze Ablauf inklusive aller Protokolle mitverfolgt werden. Sowohl Gratl als auch Jöchl warnen allerdings vor Luftschlössern. „Natürlich wird es viele Wünsche geben, aber sie sollen auch umsetzbar sein“, betont Gratl und Jöchl erklärt: „Wir wollen nicht für die Schublade arbeiten, sondern wirklich etwas umsetzen.“

Der Zeitplan für die Erhebung ist sehr eng gehalten. So sollen bis Oktober des Jahres die Ergebnisse feststehen. Danach sollen die Vorschläge in die Umsetzung gelangen. Einen Kümmerer, der sich wie in Kitzbühel beim SEP 750 mit dieser Umsetzung befasst, wird es in Reith nicht geben, dafür hätte die kleine Gemeinde Reith zu wenig Ressourcen. Doch Jöchl geht davon aus, dass der Prozess trotzdem weiterlaufen wird.