Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Exklusiv

Rote Karte der Wirtschaft für Lkw-Fahrverbotskatalog

Neue Verkehrsbeschränkungen sind für Kammer allesamt überschießend. Euro-VI-Ausnahmen sollen beibehalten werden, Zweifel an ÖBB-Kapazitäten.

Die Wirtschaftskammer fordert die Zurücknahme der geplanten Verbote. Ansonsten werde das Land wirtschaftlich an die Wand gefahren.

© TT/BöhmDie Wirtschaftskammer fordert die Zurücknahme der geplanten Verbote. Ansonsten werde das Land wirtschaftlich an die Wand gefahren.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – 2018 fuhren mit 2,42 Mio. Transit-Lkw so viele wie noch nie über den Brenner. Im Jänner wurde indes ein leichtes Minus von 1,75 % im Vergleich zum Vorjahr bei der Asfinag-Hauptmaut­stelle in Schönberg registriert. Dieses dürfte auf das seit heue­r erstmals auch in den Winter­monaten eingeführte, verlängert­e Wochenendfahrverbot an Reisesamstagen zurückzuführen sein. Mittels dreier neuer Verordnungen will die Landesregierung dem rasanten Lkw-Zuwachs auf der Inntal- und Brennerautobahn entgegentreten.

Wie berichtet, plant das Land neue Euroklassen­verbote sowie Verschärfungen beim sektoralen Lkw- und auch beim Nachtfahrverbot. Die Begutachtungsfrist ist am Montag abgelaufen. Am Dienstag hat die Wirtschaftskammer Tirol ihre Einwände auf 14 Seiten im Landhaus deponiert. Schwarz-Grün hatte das Gesuch der Kammer auf Fristerstreckung genehmigt.

In der Stellungnahme geht die Wirtschaftskammer mit dem Lkw-Fahrverbotskatalog hart ins Gericht: „Die Maßnahmen sind überschießend und mit den Trends der Schadstoffbelastungen nicht zu argumentieren.“ Die Kammer rechnet vor, dass der Lkw-Verkehr im Jahr 2015 zu 46 Prozent an den Schadstoff­emissionen im Unterland verantwortlich war, während dieser Anteil nunmehr trotz ansteigendem Lkw-Verkehr – durch massive Umrüst­aktionen der Fahrzeugflotten – auf 35 Prozent gesunken sei. Deshalb fordert die Kammer auch „die Beibehaltung der generellen Ausnahme für Lkw mit Euro-VI-Motoren“.

Im Speziellen bringt die Wirtschaftskammer folgende Einwände vor: