Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Osttirol

In zwei Monaten ist die Brücke über die Drau fertig

Der erste Baustein für das Mobilitätszentrum ist eine neue Brücke über die Drau. Die Bagger sind aufgefahren und schaffen Platz für die Fundamente. Parallel dazu wird die Flusssohle wieder vertieft.

Baumaschinen sind aufgefahren. In zwei Monaten spannt sich hier eine neue Brücke.

© Christoph BlassnigBaumaschinen sind aufgefahren. In zwei Monaten spannt sich hier eine neue Brücke.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Nach dem Starkregen im Oktober wälzte sich ein Hochwasser die Drau hinab. An manchen Stellen erreichte der Fluss den Pegel eines hundertjährigen Ereignisses. „Vom Steg auf Höhe der Waldschenke in Amlach bis zum Zusammenfluss mit der Isel hat die Drau damals in Lienz große Schotterbänke angelandet, die wir nun maschinell entfernen müssen“, erklärt Walter Hopfgartner, zuständig für Wasserbau am Baubezirksamt Lienz. Im Stadtgebiet habe sich die Flusssohle durch das Hochwasser um 80 bis 130 Zentimeter erhöht. „Der ursprüngliche Zustand muss wieder hergestellt werden, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten“, erläutert der Beamte. Alle Brücken müssen auf ein hundertjähriges Hochwasser ausgelegt sein. Das gilt natürlich auch für den neuen Übergang über die Drau, der gerade für das Mobilitätszentrum errichtet wird.

Bagger sind östlich des Bahnhofs auf beiden Flussseiten aufgefahren und schaffen Platz für die Brückenfundamente. „In zwei Monaten wird dieses Bauwerk fertig sein“, weiß Jürgen Hanser, der den Mobilitätsausschuss im Lienzer Gemeinderat leitet. „Beide Projekte laufen zeitgleich, aber unabhängig voneinander ab. Die Sohlenvertiefung hat mit dem Brückenbau nur indirekt zu tun“, sagt Hanser. Bei einem hundertjährigen Hochwasser müsse immer noch ein Sicherheitsabstand von einem Meter bis zur Bauwerksunterkante vorhanden sein. „Daran wird derzeit parallel gearbeitet.“

Dass die Brücke als erster Baustein von vielen fertiggestellt wird, hat einen praktischen Grund: Sämtlicher Baustellenverkehr für das Mobilitätszentrum wird über diese neue Überführung abgewickelt werden. Der neuralgische Knoten der nahen Bahnunterführung soll in der Bauphase möglichst nicht zusätzlich belastet werden.

Noch nicht endgültig geklärt ist die Art der Anbindung an die Tristacher Straße. Hier könnte ein Kreisverkehr entstehen. Die Tausenden Radfahrer, die im Sommer täglich zum Bahnhof müssen, benötigen eine sichere Trassenführung. Am Dienstag legt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik dem Gemeinderat in seiner Sitzung einen „Formalbeschluss“ vor, wie sie sagt. Es geht um eine Haftungsvereinbarung mit der Republik Österreich als Eigentümerin der Drau, die überbaut wird. Im Schadensfall durch ein Hochwasser hält die Republik sich schad- und klaglos.

Mit den Plänen der ÖBB befasst die Bürgermeisterin am Dienstag den Gemeinderat.
Mit den Plänen der ÖBB befasst die Bürgermeisterin am Dienstag den Gemeinderat.
- Christoph Blassnig



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