Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Seefeld 2019

Auch das Verkehrskonzept in Seefeld soll weltmeisterlich sein

Die Fans auf die Schiene bringen, Seefeld autofrei bekommen: Die Ziele der Veranstalter rund um die Nordische Ski-WM sind hochgesteckt.

Hannes Koschuta (VVT), Klaus Leistner (ÖSV), Andreas Knapp (Mobilitätsverantwortlicher) und Rene Zumtobel (ÖBB, v. l.) stimmten sich gestern auf die Nordische SKi-WM ein.

© ÖBB/KapfererHannes Koschuta (VVT), Klaus Leistner (ÖSV), Andreas Knapp (Mobilitätsverantwortlicher) und Rene Zumtobel (ÖBB, v. l.) stimmten sich gestern auf die Nordische SKi-WM ein.



Von Marco Witting

Seefeld, Innsbruck – 135.000 Tickets sind schon verkauft. Am Ende sollen es bis zu 200.000 Besucher bei der Nordischen Ski-WM (20. Feber bis 3. März) in Seefeld und Innsbruck werden. Der Großteil der Fans kommt dabei aus Norwegen, Deutschland und Österreich – und soll am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Das weltmeisterliche Verkehrskonzept wurde gestern offiziell vorgestellt. Es umfasst zusätzliche Züge, Shuttle-Busse und Auffangparkplätze und das Ziel, speziell Seefeld autofrei zu halten.

„Wir hoffen, dass die Fans, speziell auch jene aus Tirol, das Angebot mit den öffentlichen Verkehrsmitteln annehmen“, sagt Andreas Knapp, der das Konzept ausgearbeitet hat. Mit der Eintrittskarte können die Fans tirolweit alle VVT-, IVB- und ÖBB-Nahverkehrsverbindungen kostenlos benutzen – ausgenommen sind die ÖBB-Fernverkehrszüge. In Summe stehen während der WM 170.000 Sitzplätze zwischen Innsbruck und Seefeld zur Verfügung. 30.000 davon sind zusätzlich eingeplant, die ÖBB stellen dafür laut Rene Zumtobel, Regionalmanager für Tirol, insgesamt 60 zusätzliche Züge bereit, darunter auch die größeren Cityjet-Garnituren. Für Fans, die auch am Abend in Seefeld feiern wollen, ist ein täglicher Nachtzug geplant, der in Seefeld um 23.34 Uhr startet.

Ausgebaut werden auch die Buslinien rund um Seefeld. Und ein Shuttledienst soll, wie berichtet, von Gießenbach und Pfaffenhofen die Fans, die mit Autos anreisen wollen, zu den Wettkampfstätten bringen.

Von Scharnitz (dort gibt es über 2500 Parkplätze) sollen die Busse bereits zwei Stunden vor dem Wettkampfbeginn starten und im 5-Minuten-Takt verkehren. Von Pfaffenhofen aus geht es im Halbstundentakt auf das Plateau. Klaus Leistner, ÖSV-Generalsekretär und CEO von Seefeld 2019, zeigt sich optimistisch, „dass wir den Besuchern mit unseren Partnern ein weltmeisterliches Angebot“ machen können. VVT-Jahreskartenbesitzer bekommen zusätzlich übrigens auf Eintrittskarten eine Vergünstigung von 10 Prozent.

„Viele Kunden steigen gerade bei einem Großereignis wieder einmal in eine Bahn ein“, erklärt Zumtobel, der auch sagt, dass die Fahrt auf der Strecke „ein touristisches Highlight“ sei. Gleichzeitig stellt gerade die eingleisige Strecke mit insgesamt nur fünf Kreuzungspunkten auch eine große Herausforderung dar. Dazu kommen der Unsicherheitsfaktor Wetter und mögliche Verschiebungen im Ablaufplan der Wettkämpfe. „Wir verzichten deshalb auch darauf, dass wir Fahrpläne drucken, und bitten die Fahrgäste, auf die Online-Portale zu schauen. Ganz einfach deshalb, weil jeder Wettkampftag anders ist.“

Wie schon bei den Hahnenkammrennen wird auch bei der Nordischen WM vor Ort eine Einsatzleitung eingerichtet, um im Bedarfsfall kurzfristig reagieren zu können.

Doch die Anreise der Fans sei noch lange nicht alles, was an Transporten während der WM abzuwickeln sei. „Wir haben auch VIP-Gäste, Offizielle, etliche Teams und auch Pressevertreter zu berücksichtigen“, sagt Knapp. Allein dafür stehen 40 Fahrzeuge zur Verfügung, die übrigens von Freiwilligen gefahren werden.