Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.02.2019


Osttirol

Kraftwerksausbau im Defereggen kommt in Gang

Seit 2012 plant die Tiwag eine Erweiterung des Schwarzach-Kraftwerks im Defereggen. Am 7. März ist die letzte Verhandlung. An der Schwarzach werden auch Tamarisken angesiedelt, die Öffentlichkeit redet mit.

Das bestehende Krafthaus des Schwarzach-Kraftwerks wird vergrößert.

© OblasserDas bestehende Krafthaus des Schwarzach-Kraftwerks wird vergrößert.



Von Catharina Oblasser

Hopfgarten i. D. – Die letzte Hürde bei der geplanten Erweiterung des Kraftwerks an der Schwarzach steht kurz bevor: Am Donnerstag, den 7. März, findet im Innsbrucker Landhaus eine mündliche Verhandlung statt. Dabei geht es um die naturschutzrechtliche Bewilligung des Kraftwerksausbaus. Mit der Erweiterung soll sich die Engpassleistung auf insgesamt 16,9 Megawatt und die Jahresstromerzeugung von 61 Millionen auf 83 Millionen Kilowattstunden erhöhen. Möglich wird das durch den Einbau einer zweiten Turbine mit Generator, erklärt Tiwag-Projektbetreuer Frank Mühlbacher. „Es sind keine größeren Arbeiten nötig. Es wird nur das Krafthaus vergrößert, um dem zweiten Maschinensatz Platz zu machen.“

Das Schwarzach-Kraftwerk in seiner aktuellen Form ist laut Tiwag seit 2007 in Betrieb. Im Jahr 2012 hat die Tiroler Stromgesellschaft das Erweiterungsprojekt eingereicht, seit August 2013 liegt die wasserrechtliche Bewilligung vor. Das Verfahren rund um die naturschutzrechtliche Bewilligung ist der letzte Schritt, bevor man mit den Arbeiten beginnen könne, erläutert Mühlbacher. Die Tiwag wird insgesamt 17 bis 18 Millionen Euro in den Ausbau stecken, sagt der Projektbetreuer.

Die Tamariske wird an zwei Stellen am Fluss neu angesiedelt.
Die Tamariske wird an zwei Stellen am Fluss neu angesiedelt.
- Oblasser

Kein Kraftwerksprojekt ohne Begleitmaßnahmen: Im Schriftstück der Landesregierung, das die mündliche Verhandlung in Innsbruck ankündigt, sind diese im Detail ausgeführt. Drei Winterlinden werden gepflanzt, die Fischwanderhilfe wird umgebaut, zwei Amphibien-Biotope werden angelegt.

Außerdem kommt der Tamariske, der Symbolpflanze in der hitzigen Natura-2000-Diskussion, eine besondere Rolle zu. 20 einjährige Pflanzen und 30 Stecklinge werden im Bereich Elektrowerk Hopfgarten und im Bereich Plon neu angesiedelt. Zwar befindet sich das Projekt nicht direkt im Natura-2000-Gebiet „Osttiroler Gletscherflüsse“, aber doch im Nahbereich. Und das hat Auswirkungen auf das Bewilligungsverfahren zur Kraftwerkserweiterung an der Schwarzach.

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Das Projekt wird im Rahmen einer so genannten „Verträglichkeitsprüfung“, die mit dem Naturschutzverfahren einhergeht, noch einmal gründlich auf Herz und Nieren geprüft. Auch das geschieht am 7. März. Für solche Prüfungen gilt das Prinzip der Öffentlichkeitsbeteiligung. Das heißt, dass Umweltorganisationen Parteienstellung haben und daher zur mündlichen Verhandlung eingeladen werden.