Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.02.2019


Bezirk Schwaz

Grund in Hochfügen: Gemeinden gehen getrennte Wege

Rund sechs Hektar Grund in Hochfügen gehörten den Gemeinden Fügenberg und Fügen gemeinsam. Doch die Verträge belasteten die Fügenberger. Sie zahlen die Nachbargemeinde nun mit 400.000 Euro aus.

Die Gemeinden Fügen und Fügenberg besaßen bisher gemeinsame Gründe in Hochfügen. Die wollen die Fügenberger nun für sich haben.

© FankhauserDie Gemeinden Fügen und Fügenberg besaßen bisher gemeinsame Gründe in Hochfügen. Die wollen die Fügenberger nun für sich haben.



Von Eva-Maria Fankhauser

Fügenberg, Fügen – Ein kurioses Hoppala sorgte im Fügenberger Gemeinderat für Diskussion. Eigentlich war nämlich schon alles geklärt, die Verträge unterschriftsreif. Es geht darum, dass die Gemeinden Fügen und Fügenberg in Hochfügen gemeinsame Grundstücke besitzen. Diese sollen nun gänzlich ins Eigentum der Fügenberger übergehen. Die Summe zur Ablöse der rund zwei Hektar war bereits beschlossen. Als kurz vor dem Abschluss auffiel, dass ein Grundstück in der Bewertung fehlt.

Vier Hektar mehr oder weniger fallen dann doch ins Gewicht. Auch wenn ein großer Teil des Grundstücks nicht bebaubares Land sei. Aus den ursprünglichen an die Gemeinde Fügen als Ablöse zu zahlenden 250.000 Euro wurden somit 400.000 Euro. „Dann wären wir endlich alleinige Besitzer der Gründe in Hochfügen“, sagte BM Josef Fankhauser bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er wisse, dass die Bewertung mit den zusätzlichen 150.000 Euro „narrisch hoch“ sei, aber „sonst kommen wir wieder nicht draus“. Denn die Berggemeinde hat einen guten Grund, warum sie die Grundstücke nun für sich haben will. „Es gibt da sehr gefinkelte Verträge, dass wir das Geld an Steuereinnahmen aus Hochfügen für den Erhalt der Straße verwenden müssen. Fügen muss nur dann etwas zahlen, wenn wir den Betrag nicht mehr stemmen können“, erklärte Fankhauser. Laut ihm sei es immer wieder eine Streiterei wegen der Kosten für den Straßenerhalt, das solle ein Ende haben. Für eine Gemeinde wie Fügenberg bedeute das sehr viel Geld, da es ansonsten nicht viele Einnahmemöglichkeiten gebe.

GR Josef Unterweger schlug vor, einen neuen Gutachter hinzuzuziehen. „Es ist egal, ob es mehr oder weniger wird. Der Fügener Bürgermeister will die 150.000 Euro für das Grundstück haben“, sagte BM Fankhauser. VBM Helmut Troppmair hatte Bedenken, dass das Grundstück noch teurer geschätzt werden könnte und zudem weitere Kosten durch einen Gutachter hinzukämen. Laut GV Andrä Fankhauser habe man bereits vielfach verhandelt. „Es ist zwar ein großer Brocken, aber das passt schon so“, meint er. Auch die anderen Gemeinderäte stimmten zu, dass man den Verkauf schnellstmöglich über die Bühne bringen wolle. Nur GR Unterweger stimmte dagegen: „Ich finde einfach, dass das Grundstück überbezahlt ist. Ich hätte es gerne neu bewerten lassen.“

Die Gemeinde Fügen bekommt aber nicht nur 400.000 Euro, sondern wird zudem alleiniger Besitzer des so genannten Lindenhof-Grundstücks in der Nähe des Fügener Kindergartens. Auch dieses gehörte beiden Gemeinden zusammen.

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