Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.02.2019


Tirol

Heta-Pleite: Schaden für Tirol reduziert

Pleite der Kärntner Hypo Alpe Adria kostete dem Land Tirol und ihrer Hypo Landesbank 15,3 Mio. €. Jetzt verringert sich dieser Betrag deutlich.

Die Hypo verhandelt über ein Angebot, um die seinerzeitige Ausfallshaftung für die gemeinsame Pfandbriefstelle weiter zu verringern.

© thomas boehmDie Hypo verhandelt über ein Angebot, um die seinerzeitige Ausfallshaftung für die gemeinsame Pfandbriefstelle weiter zu verringern.



Von Peter Nindler

Innsbruck – Es ist eine komplizierte Finanz-Geschichte, doch schlussendlich sind das Land und die landeseigene Hypo Landesbank mit einem „hellblauen“ Auge davongekommen. So heißt es zumindest in der Tiroler Landesregierung. Denn über die gemeinsame Pfandbriefstelle aller Hypobanken mussten auch das Land Tirol und ihre Hypo Bank für die schwer ins Trudeln geratene Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria haften. Über die im Eigentum der Republik stehende Abbaugesellschaft Heta wurde der notleidende Teil der 2009 verstaatlichten Hypo Alpe Adria bestmöglich verwertet.

Eine Gläubigerin der Heta war eben die Pfandbriefstelle, die Verbindlichkeiten von 1,24 Milliarden Euro aufwies. Um ihre Liquidität sicherzustellen, die sie aus eigener Kraft nicht geschafft hätte, mussten die Landeshypothekenbanken über ihre Haftungen einspringen. Die Verhandlungen zogen sich über Monate, ursprünglich standen für das Land Tirol und die Hypo sogar 156 Millionen Euro im Raum. Schließlich konnte dieser Betrag auf jeweils 7,65 Mio. Euro gesenkt werden, was eine Quote von 90 Prozent bedeutet. Das Land brachte seinen Anteil über eine Anrechnung bei der Hypo-Dividende auf. Im Gegenzug wurden anteilige Pfandrechte im Zusammenhang mit Heta-Finanzierungen erworben.

Wie jetzt bekannt wurde, hat die Tiroler Landesregierung bereits am Dienstag die Hypo beauftragt, Verkaufsverhandlungen im Zusammenhang mit Nachbesserungen aus dem Titel „Zusätzlicher Bedingter Kaufpreis“ zu führen. Schließlich soll ein lukratives Mindestangebot vorliegen. Bankhäuser im Auftrag von Hedgefonds haben nämlich die Absicht, den Anspruch auf den allfälligen „Bedingten Zusätzlichen Kaufpreis“ zu erwerben. Andere Hypobanken und Bundesländer haben das Angebot bereits akzeptiert bzw. wollen es annehmen.

Die schwarz-grüne Landesregierung gab deshalb auch ihrerseits der Hypo Tirol grünes Licht, die Gespräche aufzunehmen. Damit könnte der seinerzeitige Schaden noch einmal deutlich reduziert werden. Sogar von unter zehn Millionen Euro ist die Rede. Das Land ließ dafür eine Risiko-Abwägung in der Finanzabteilung durchführen. „In Abwägung aller Pro- und Contra-Argumente sowie im Hinblick auf die endgültige Abwicklung der Heta scheint eine Annahme des Angebots im Wege der Hypo Tirol als Treuhänderin für den Landesanteil gerechtfertigt“, heißt es in dem Beschluss der Landesregierung.