Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Bezirk Schwaz

Bedenken in Jenbach wegen Verkehr durch Wohnbau

Große Schlüsselübergabe in der Prantlsiedlung letzte Woche. Mehr innerörtlicher Verkehr durch weitere Wohnbauten wird befürchtet.

© DählingGroße Schlüsselübergabe in der Prantlsiedlung letzte Woche. Mehr innerörtlicher Verkehr durch weitere Wohnbauten wird befürchtet.



Verträgt Jenbach den Bau von mehr als 600 zusätzlichen Wohnungen in den nächsten 15 Jahren? Darüber gehen die politischen Meinungen auseinander. SPÖ-Gemeindevorständin Daniela Heiss meldet Bedenken an, was die Verkehrsentwicklung und die Infrastruktur — etwa Kapazitätsgrenzen im Altenheim — betrifft. Auch Baufachmann und Bauausschussmitglied Norbert Rainer (FPÖ-Liste) übt Kritik: „Das Motto in Jenbach ist leider: Bauen wir mal und dann schauen wir mal." Wie schwierig es sei, Verkehrsprobleme im Nachhinein zu lösen, zeige die Schießstandstraße. Jenbach leide bereits jetzt in vielen Bereichen unter dem zunehmenden Verkehr. Die Erneuerung der alten Südtiroler Häuser befürwortet Rainer, den Bau weiterer Sozialwohnungen in Jenbach sieht er kritisch.

Bauausschussobmann VBM Bernhard Stöhr (VP) räumt raumordnerische Fehler in der Vergangenheit ein — wie etwa vor 30 Jahren in der Schießstandstraße. „Die Erschließung des dortigen Gewerbegebietes ist ungünstig", sagt er. In der Neuauflage des Raumordnungskonzeptes versuche man, derartige Fehler zu vermeiden, Mischgebiete zu reduzieren und Gewerbe- und Wohngebiete künftig zu trennen. Was die Anzahl der Wohnungen bis 2035 anbetrifft, meint Stöhr: „Das entspricht dem Zuwachs an Bevölkerung, den wir in den letzten Jahren hatten. Und die gemeinnützigen Wohnbauträger bauen nur nach Bedarf." Der Durchzugsverkehr sei das größere Problem als der innerörtliche Verkehr. Bei der Tratzbergsiedlung, wo bis 2035 statt bisher 180 rund 400 Wohnungen stehen werden, beziehe man die umliegenden Bereiche in die Verkehrsplanung ein. Zudem soll durch den neuen Kindergarten dort (dafür wird der Pfarrkindergarten geschlossen) der Verkehr im Ort etwas reduziert werden.

Verwunderung herrscht bei einigen Jenbachern über die Vergabe von Sozialwohnungen. Ein neuer Mieter habe seine Eigentumswohnung verkauft und dann eine Sozialwohnung erhalten. „Diese Person musste die Wohnung aus finanziellen Gründen verkaufen und wir können sie nicht auf der Straße stehen lassen", betont BM Dietmar Wallner, dass alles rechtens sei. (ad)


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