Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Innsbruck-Land

„Kaisersäule“ unterhalb des Zunterkopfs nun Thaurer Eigentum

Die Gemeinde Thaur hat die „Kaisersäule“, gelegen auf 1700 m Seehöhe auf einer Geländeschulter unterhalb des Thaurer Zunterkopfs, in ihren Besitz gebracht.

Die Gemeinde Thaur hat das Wahrzeichen „Kaisersäule“ erworben.

© RappDie Gemeinde Thaur hat das Wahrzeichen „Kaisersäule“ erworben.



Thaur – Sie ist eines der historischen Wahrzeichen von Thaur, beliebtes Ausflugsziel und herrlicher Aussichtspunkt – die „Kaisersäule“, gelegen auf 1700 m Seehöhe auf einer Geländeschulter unterhalb des Thaurer Zunterkopfs. Nun hat die Gemeinde Thaur das weithin sichtbare Bauwerk in ihren Besitz gebracht.

In Gesprächen mit den Österreichischen Bundesforsten habe er den Wunsch deponiert, die Kaisersäule ins Gemeindeeigentum zu bringen, berichtet BM Christoph Walser. Am Ende schrieben die Bundesforste dann insgesamt 106.300 m2 Fläche zum Verkauf aus – neben der kreisrunden Parzelle, auf der die Kaisersäule steht, auch zwei weitere Flächen am Grat. Bereits im Dezember fasste der Gemeinderat den Beschluss, ein Angebot über 26.000 Euro abzugeben – dieses hat nun den Zuschlag erhalten.

Die beiden Parzellen an der Gemeindegrenze zu Absam, die bisher zur Jagd im Halltal gehört hatten, können damit nun in die Thaurer Jagd eingeschlossen werden.

Das Hauptinteresse der Gemeinde galt freilich der „Kaisersäule“ – benannt nach Kaiser Franz I., der am 21. Oktober 1815 „von dieser Stelle Volk u. Land wieder begrüßte“, wie es auf der Gedenktafel heißt. Der Monarch hatte zuvor die Stadt Hall samt Saline (für die Habsburger natürlich von großer wirtschaftlicher Bedeutung) und das Salzbergwerk im Halltal besucht.

1816 zimmerten „Salzberger“ zur Erinnerung an den – in doppelter Hinsicht – hohen Besuch zunächst eine hölzerne Pyramide. Später wurde sie aus Stein neu errichtet – und im September 1839 von Fürst August Longin von Lobkowitz, Präsident der Bergbau- und Münzenkammer am kaiserlichen Hof, feierlich eingeweiht. Dieser weilte damals zur Grundsteinlegung des neuen Sudhauses, des bis heute bestehenden „Lobkowitzgebäudes“, in Hall.

GV Joe Bertsch, Obmann des Dorfgeschichtsvereins Chronos Thaur, freut sich über den Ankauf des rund 14 Meter hohen, aus Bruchsteinen gemauerten Wahrzeichens. „Das Kulturgut Kaisersäule gehört ins Gemeindeeigentum.“ Rätsel gebe nur die Namensgebung auf: Zunächst war das Bauwerk – geometrisch einleuchtender – als „Franzens-pyramide“ bekannt. „Der Name Kaisersäule kam erst später auf“, sagt Bertsch. Warum, habe er trotz intensiven Quellenstudiums nicht genau feststellen können. (md)