Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Exklusiv

Skigebiets-Zusammenschluss: Oetzer Dorfchef macht Druck auf Silz

Der Bürgermeister Falkner fordert einen Grundsatzbeschluss aus Silz zu Hochoetz-Kühtai. Doch sein Silzer Amtskollege will eine Abstimmung erst mit einem fertigen Forderungskatalog der Gemeinden ansetzen.

„Feldringer Böden und Schafjoch sollten als Naturjuwel und Skitourengebiet unangetastet bleiben“, fordert die Bürgerinitiative um Gerd Estermann, deren Petition schon mehr als 15.000 Unterstützer zählt.

© Estermann„Feldringer Böden und Schafjoch sollten als Naturjuwel und Skitourengebiet unangetastet bleiben“, fordert die Bürgerinitiative um Gerd Estermann, deren Petition schon mehr als 15.000 Unterstützer zählt.



Von Alexander Paschinger

Oetz, Silz – Dass der geplant­e Zusammenschluss in der Bevölkerung nicht uneingeschränkte Zustimmung genieße, „das ist mir klar“, sagt der Oetzer Bürgermeister und Aufsichtsratschef der Bergbahnen Hochoetz, Hansjörg Falkner. Das untermauert auch der Zuspruch für die Online-Petition „Nein zur Zerstörung von Feldringer Böden und Schafjoch“, die inzwischen die 15.000-Unterstützer-Marke durchbrach (die Bürgerinitiative hat für den 29. März einen Protestmarsch in Innsbruck angekündigt). Aber „wenn die gewählten Mandatare nicht dahinterstehen, muss man das Projekt abblasen“, stellt Falkner nun in den Raum.

Adressiert ist diese Aufforderung und Kritik in Richtung Silz: „Der Großteil des Projektes betrifft die Katastral­gemeinde Silz.“ Er ortet in Silz eine Gegnerschaft gegen die Betriebe im Kühtai. Derzeit befinde man sich auf einem Stand, bei dem die Frage gestellt werden müsse „ob es überhaupt noch weitergeht. Macht man weiter, macht man nicht weiter?“

Der Oetzer Gemeinderat hatte, wie berichtet, einen einstimmigen Grundsatzbeschluss für den Zusammenschluss gefasst. Dieser Entscheid wurde zwar von einer neuen Bürgerinitiative kritisiert, zumal drei Mandatare zumindest ein Naheverhältnis zur Bergbahn haben, aber die Gemeindeabteilung der BH Imst sprach ihm aufgrund der Eindeutigkeit doch Rechtsgültigkeit zu.

In Silz wird die Entscheidung seit Monaten vor sich hergeschoben. BM Helmut Dablander zeigt sich dennoch ob des Druckes aus Oetz überrascht: „Der Forderungskatalog der Gemeinden ist noch offen.“ Den würde man gemeinsam noch erstellen – und mit dem könne er dann vor den Gemeinderat treten. Dazu gehört etwa die Absag­e an einen Sommerbetrieb, der Umgang mit Mountainbikes oder das Herausnehmen der Feld­ringer Böden aus dem Projekt. Die Silzer Gemeinde­räte warten unterdessen darauf, dass BM Dablander den Grundsatzbeschluss auf die Tagesordnung setzt. Und tatsächlich bestehen bei einigen Mandataren wie GR Magnus Gratl Zweifel, ob dieser mehrheitsfähig ist, auch wenn er selbst dafür sei.

Haiming, das ebenfalls vom Projekt tangiert wäre, wartet mit seiner Entscheidung weiter ab. BM Josef Leitner meinte zuletzt jedenfalls, dass man sich mit dem Forderungs­katalog Zeit lassen könne.