Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.03.2019


Innsbruck-Land

Zirl benötigt für Gewerbegebiet „Zirler Wiesen“ neuen Kredit

Die Erschließung der „Zirler Wiesen“ wird deutlich teurer als gedacht, es braucht Nachtragshaushalt und Kreditaufnahme – plus Zustimmung der Aufsichtsbehörde.

BM Thomas Öfner.

© zeitungsfoto.atBM Thomas Öfner.



Zirl – Der Weg zum lange angestrebten Gewerbegebiet „Zirler Wiesen“ ist kein einfacher: Nun liegt das Ausschreibungsergebnis für die nötigen Erschließungsarbeiten (Straße, Wasserver- und -entsorgung, Beleuchtung, Breitbandnetz) vor. Die Kosten liegen laut BM Thomas Öfner (Für Zirl) „über dem, was bisher angenommen wurde“ – und zwar offenbar deutlich. „Wir dachten bisher auch daran, die Erschließungsarbeiten und deren Finanzierung auf 2019 und 2020 aufzuteilen“, ergänzt Öfner. „Die Fachleute raten aber eindeutig dazu, das in einem Zug zu vergeben und abzuwickeln, sonst wird es noch teurer.“

Damit stehe fest: „Wir haben nun eine Finanzierungslücke im Budget.“ Wie groß diese genau ist, kann Öfner noch nicht öffentlich sagen – schließlich wurde die Vergabe im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung debattiert. „Es gibt einen Billigstbieter, der den Zuschlag bekommen soll“, so Öfner, „aber nur dann, wenn die Finanzierung gesichert werden kann.“

Im Budget für 2019 habe man ca. 350.000 Euro budgetiert, auch im Hinblick auf die geplante stufenweise Umsetzung der Erschließung. „Das reicht bei Weitem nicht.“ Daher muss der Gemeinderat nun in der Sitzung am 28. März über einen Nachtragshaushalt und eine Kreditaufnahme abstimmen. Danach bräuchte es wegen der angespannten Finanzlage der Gemeinde noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde.

„Wir gehen davon aus, dass wir die Erschließungskosten über die Jahre durch Bebauung im Gewerbegebiet und Kommunalsteuereinnahmen wieder hereinholen“, betont Öfner. „Wir brauchen nun aber eine Vorfinanzierung.“ Rückzahlungen soll u. a. auch der Verkauf jener beiden Grundstücke ermöglichen, die nach der Baulandumlegung im Bereich Zirler Wiesen der Gemeinde gehören werden.

Öfner baut nun auf eine Mehrheit im Gemeinderat. Eine Zustimmung sei „an sich alternativlos“: „Sonst wäre das ganze Projekt gefährdet.“

Doch für Kritik ist gesorgt: „Dass es die Erschließung braucht, ist uns bewusst“, so Vize-BM Victoria Rausch (Zirl Aktiv). „Aber dieser Punkt wurde nie im Ausschuss vorberaten, wir wussten im Vorfeld nichts.“ Dabei habe sich schon im Vorjahr abgezeichnet, dass die Erschließung mehr kosten werde. „Nun drei Monate nach dem Budgetbeschluss einen Nachtragshaushalt beschließen zu müssen, weil man für ein absehbares Projekt viel zu wenig budgetiert hat, ist unverständlich“, schließt Rausch. Zumal man sich ja sogar eine externe Projektsteuerung leiste.

„Alle Informationen waren für die Gemeinderäte verfügbar und standen im Netz“, kontert Öfner, für weitere Fragen stehe seine Türe immer offen. Und bis zur Sitzung am 28. März werde man für die Gemeinderäte die Infos zu Nachtragshaushalt und Kredit „nochmals entsprechend aufbereiten“. Für Öfner steht jedenfalls fest: „Es wurde seriös ausgeschrieben und auch seriös angeboten.“ (md)