Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Bezirk Kufstein

Akustik-Führung auf historischen Böden in Rattenberg

Trotz Gegenwind in der Gemeindestube wurde in Rattenberg ein Stadtführungs-Projekt realisiert. Infos gibt es an 19 Hörstationen.

(V.?l.) GR Martin Götz, Initiatorin Edith Jenewein und Isabella Maier sowie Alexander Schwarz freuen sich über den Start des Projekts.

© Zwicknagl(V.?l.) GR Martin Götz, Initiatorin Edith Jenewein und Isabella Maier sowie Alexander Schwarz freuen sich über den Start des Projekts.



Rattenberg – Edith Jenewein, Obfrau des Rattenberger Kulturausschusses, verfolgte schon längere Zeit den Plan, eine Stadtführung mittels Smartphone und QR-Code in der mittelalterlichen Stadt Rattenberg möglich zu machen. Mit einer Entwicklungsdauer von rund vier Monaten hatte sie gerechnet, geworden sind es 26 Monate.

Grund dafür sei, dass es im Gemeinderat nicht nur Befürworter gegeben habe. „Brauchen wir das wirklich?“, musste er immer wieder im Gemeinderat hören, sagt GR Martin Götz, der das Projekt seiner Lebensgefährtin voll unterstützte. Gekostet hat alles knapp 10.000 Euro – die vergleichsweise niedrige Summe ist dem Einsatz der Mitwirkenden zu verdanken.

Mittlerweile stehen 19 Glastafeln mit QR-Codes über die ganze Stadt verteilt. Seit der Vorwoche funktioniert der akustische Reiseführer, auf den die Initiatoren mächtig stolz sind.

In die Rollen von Hans Münchauer und seiner Gattin Eva schlüpfen dabei Alexander Schwarz und Isabella Maier von den Schlossbergspielen. Sie verkörpern das Ehepaar des späten Mittel­alters. Münchauer war einst als Pfleger der bayerischen Herzöge lange Zeit der Stadtherr in Rattenberg. Die Texte werden auf Deutsch, Englisch und Italienisch vermittelt. „Dabei sind wir durchaus ausbaufähig“, unterstrich Martin Götz. Höhere Dauerkosten erwachsen aus dem Projekt nicht, lediglich Zahlungen für den Server fallen jährlich an.

Voraussetzungen für den Hörgenuss ist ein Smartphon­e mit Internetzugang und einer QR-Code-App. Das System habe man schon im Augustinermuseum genutzt, betonte der ehemalige Kustos Hermann Drexel, der wertvolle Tipps bei der Geldbeschaffung gab. So kam man auch in die Leader-Förderung.

„Da Rattenberg klein ist, kann die ganze Stadt damit bedient werden“, freut sich Jenewein. Stationen sind u. a. die Nagelschmiedhäuser, die Innpromenade, der Treppelweg, das Badhaus und das Augustinerkloster. (zw)