Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Neustart für die Landesjagd

Neustart für die Landesjagd

Norbert Krabacher wird neuer Jagdleiter und fungiert als Netzwerker in der Region.

Der erfahrene Jägermeister Norbert Krabacher wird Jagdleiter der Tiroler Landesjagd Pitztal.

© ParthDer erfahrene Jägermeister Norbert Krabacher wird Jagdleiter der Tiroler Landesjagd Pitztal.



Von Thomas Parth

Pitztal – Aus der Landesjagd, der mit Abstand größten Jagd Tirols, soll ein „Vorzeigeprojekt für nachhaltige Wildbewirtschaftung“ entstehen. Die bestehenden Pachtverträge für die insgesamt fünf Jagdgebiete wurden dafür um weitere zehn Jahre verlängert. LH Günther Platter erhofft sich, dass die Landesjagd „auch als Motor für die Entwicklung des Pitztals fungieren“ werde. Der für das Jagdwesen zuständige LHStv. Josef Geisler hat die organisatorischen Weichen gestellt und die Jagdverwaltung an die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Imst verlegt sowie einen Beteiligungsprozess in der Region in Gang gesetzt.

Der langjährige Bezirksjägermeister, Norbert Krabacher, hat im vergangenen Jahr diese Funktion an Klaus Ruetz übergeben und übernimmt künftig die Leitung der Landesjagd. Darüber hinaus wird er die Vernetzung in der Region, speziell mit dem Naturpark Kaunergrat, vorantreiben. „In erster Linie werde ich die fünf Berufsjäger koordinieren. Es gilt dabei, den hohen Rotwildbestand zu überdenken und den Bestand des Edelwildes aufzubauen“, gewährt Norbert Krabacher Einblicke in seine Arbeitsauffassung.

Vom Steinbockzentrum in St. Leonhard sollen weiter­e Impulse ausgehen, zumal sich auf dem Gebiet der Landesjagd die größte Population an Steinböcken im Ostalpenraum befindet. Vorschläge von Wildruhezonen, Wildtierführungen bis zu Foto­wochen in Kooperation mit dem Naturpark Kaunergrat sind bereits angedacht. Aktuell schreibt die Gemeinde St. Leon­hard die Gastronomie des Steinbockzentrums aus. Die Infoveranstaltung dazu findet am Freitag, den 22. März, um 20 Uhr im Gemeindeamt statt. „In der Landesjagd hat man 70 Jahre gute Arbeit geleistet und Kompetenzen aufgebaut. Wir sind froh, dass jetzt alles auf Schiene ist, und wollen aktiv am Wald- und Wildkonzept mitarbeiten“, unterstreicht BM Elmar Haid aus St. Leonhard.

In Jerzens soll ein Wildbret-Zentrum für die Vermarktung des Pitztaler Wildfleischs sorgen.

Schon bisher hatte die Landesjagd eine Vorbildfunktion in Sachen Jägerausbildung sowie in der wildökologischen Forschung inne. Auch diese soll ausgebaut werden.